Es ist gut für euch, daß ich fortgehe  

Ein Hinweis: Heute betrachten wir das Tagesevangelium nach dem liturgischen Kalender des Vetus Ordo, des Alten Ritus.

Joh 16,5-14

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? Vielmehr hat Trauer euer Herz erfüllt, weil ich euch das gesagt habe. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er die Welt der Sünde überführen und der Gerechtigkeit und des Gerichts; der Sünde, weil sie nicht an mich glauben; der Gerechtigkeit, weil ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; des Gerichts, weil der Herrscher dieser Welt gerichtet ist. Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Weiterlesen

DIE GEBOTE SIND LEBEN

“Sieh her, wie ich deine Satzungen liebe, Herr; in Deiner Huld belebe mich.” (Ps 119,159)

Die heiligen Gebote Gottes sind Leben. In ihnen sich zu bewegen, bedeutet, in der Huld unseres Vaters zu leben. Sie sind Weisungen, die Gott in seiner Güte gegeben hat, damit wir nicht in den Wirren dieser Welt untergehen und dem Bösen zum Opfer fallen. Wir brauchen sie nur im Einzelnen zu betrachten, um zu erkennen, daß sie uns in großer Weisheit gegeben wurden. Wenn unser Vater uns als erstes Gebot “Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken” (Mt 22,37) gibt, dann ist uns damit bereits das Wesentlichste gesagt.

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In der Freude bleiben

Apg 13,44-52

Am Sabbat nach der ersten Predigt des Paulus in Antiochia versammelte sich fast die ganze Stadt, um das Wort des Herrn zu hören. Als die Juden die Scharen sahen, wurden sie eifersüchtig, widersprachen den Worten des Paulus und stießen Lästerungen aus. Paulus und Barnabas aber erklärten freimütig: Euch mußte das Wort Gottes zuerst verkündet werden. Da ihr es aber zurückstoßt und euch des ewigen Lebens unwürdig zeigt, wenden wir uns jetzt an die Heiden. Denn so hat uns der Herr aufgetragen: Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht, bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein. Als die Heiden das hörten, freuten sie sich und priesen das Wort des Herrn; und alle wurden gläubig, die für das ewige Leben bestimmt waren. Das Wort des Herrn aber verbreitete sich in der ganzen Gegend. Die Juden jedoch hetzten die vornehmen gottesfürchtigen Frauen und die Ersten der Stadt auf, veranlaßten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet. Diese aber schüttelten gegen sie den Staub von ihren Füßen und zogen nach Ikonion. Und die Jünger waren voll Freude und erfüllt vom Heiligen Geist.

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DER THRON DER WAHRHEIT  

“Niemand auf der ganzen Welt vermag die Wahrheit zu verändern. Wir können nur eines: sie suchen, sie finden und ihr dienen.” (Heiliger Maximilian Kolbe)

Dieser so wahre Satz des heiligen Maximilian Kolbe will uns zu einer Haltung der demütigen Selbstverständlichkeit führen. Er zeigt uns den Weg, wie wir unser Leben fruchtbar und in Einheit mit Gott verbringen können. Dazu sind wir geschaffen, und dazu hat uns der Vater auch die Suche nach der Wahrheit ins Herz gelegt.

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Der Ratschluß Gottes

Umständehalber greife ich in den kommenden Tagen auf Ansprachen zurück, die ich in den vergangenen Jahren verfaßt habe. Das Thema fügt sich jedoch nahtlos in unsere Überlegungen über die Sendung der Kirche ein, da wir wiederum sehen, wie der heilige Paulus die Botschaft des Evangeliums verkündet, zuerst den Juden in den Synagogen und danach den Heiden. Weiterlesen

Der Wert der Tradition

Heute wollen wir darauf schauen, wie der Apostel Paulus – noch vor dem Ausschluß derer, die zum Glauben an den Messias gekommen waren – den Juden in der Synagoge von Antiochia das Handeln Gottes vor Augen stellte, um sie zu Jesus zu führen.

Apg 13,13-25

Von Paphos fuhr Paulus mit seinen Begleitern ab und kam nach Perge in Pamphylien. Johannes aber trennte sich von ihnen und kehrte nach Jerusalem zurück. Sie selbst wanderten von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien. Dort gingen sie am Sabbat in die Synagoge und setzten sich. Nach der Lesung aus dem Gesetz und den Propheten schickten die Synagogenvorsteher zu ihnen und ließen ihnen sagen: Brüder, wenn ihr ein Wort des Trostes für das Volk habt, so redet. Da stand Paulus auf, gab mit der Hand ein Zeichen und sagte: Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen, hört! Der Gott dieses Volkes Israel hat unsere Väter erwählt und das Volk in der Fremde erhöht, in Ägypten; er hat sie mit hoch erhobenem Arm von dort herausgeführt und fast vierzig Jahre durch die Wüste getragen. Sieben Völker hat er im Land Kanaan vernichtet und ihr Land ihnen zum Besitz gegeben, für etwa vierhundertfünfzig Jahre. Danach hat er ihnen Richter gegeben bis zum Propheten Samuel. Dann verlangten sie einen König, und Gott gab ihnen Saul, den Sohn des Kisch, einen Mann aus dem Stamm Benjamin, für vierzig Jahre. Nachdem er ihn verworfen hatte, erhob er David zu ihrem König, von dem er bezeugte: Ich habe David, den Sohn des Isai, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der alles, was ich will, vollbringen wird. Aus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel, der Verheißung gemäß, Jesus als Retter geschickt. Vor dessen Auftreten hat Johannes dem ganzen Volk Israel Umkehr und Taufe verkündigt. Als Johannes aber seinen Lauf vollendet hatte, sagte er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber seht, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bin. Weiterlesen