14.Tag: »Für den Herrn der erste Platz«      

Heute begegnen wir dem Propheten Elija (1 Kön 17,8–16), der von Gott zu einer Witwe geschickt wird, der Gott geboten hat, ihn zu ernähren. Als Elija ihr beim Holzauflesen am Stadttor begegnet, bittet er sie, ihm Wasser und etwas Brot zu bringen. Die arme Witwe erwidert ihm: “So wahr der Herr, dein Gott, lebt: Ich habe kein Brot mehr, nur noch so viel Mehl im Gefäß, wie eine Hand fassen kann, und ein wenig Öl im Krug. Ich lese ein paar Stücke Holz auf, um hinzugehen und für mich und meinen Sohn Brot zu bereiten, damit wir es essen und dann sterben” (V.12).

Doch Elija ermutigte sie, zu tun, was er gesagt hatte, ihr zuerst ein wenig Brot zu bringen und dann für sich und ihren Sohn zu sorgen, und er fügt hinzu: “Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Das Mehl soll im Gefäß nicht zu Ende gehen und der Ölkrug nicht leer werden bis zu dem Tage, an dem der Herr Regen auf die Erde senden wird” (V. 14).

Die Witwe tat, wie Elija gesagt hatte, und es geschah, wie vorhergesagt.

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13. Tag: »Ursachen des Elends auf der Erde«      

Heute begegnen wir auf unserem Fastenpfad einem flehentlichen Gebet Daniels. Er weiß sehr wohl, warum Jerusalem in große Not geraten ist.

Dan 9,15-19

Wir haben gesündigt, haben Unrecht getan, o Herr! gegen alle deine Satzungen; gib doch, daß Dein Zorn und Dein Grimm von Deiner Stadt Jerusalem und Deinem heiligen Berge abgewendet werde; denn um unserer Sünden willen und um der Verschuldungen unserer Väter willen ist Jerusalem und dein Volk zum Spott geworden allen, die um uns her wohnen. So erhöre nun, unser Gott! das Gebet deines Dieners und sein Flehen und zeige Dein Angesicht um deiner selbst willen über deinem Heiligtum, das verwüstet liegt. Neige, mein Gott, Dein Ohr und höre! Öffne Deine Augen und schaue die Verwüstung und die Stadt, über welche Dein Name angerufen ist, denn nicht auf unsere Gerechtigkeit vertrauend, bringen wir vor deinem Angesicht unser Flehen dar, sondern auf deine großen Erbarmungen bauend. Erhöre, Herr! Sei gnädig, Herr! Merke auf und handle! Säume nicht um Deiner selbst willen, mein Gott! Denn über die Stadt und Dein Volk ist Dein Name angerufen. Weiterlesen

12.Tag: »Ein sensibles Thema«      

1 Thess 4,17

Im Übrigen, Brüder, bitten und ermahnen wir euch im Namen Jesu, des Herrn: Ihr habt von uns gelernt, wie ihr leben müßt, um Gott zu gefallen, und ihr lebt auch so; werdet darin noch vollkommener! Ihr wißt ja, welche Ermahnungen wir euch im Auftrag Jesu, des Herrn, gegeben haben. Das ist es, was Gott will: eure Heiligung. Das bedeutet, daß ihr die Unzucht meidet, daß jeder von euch lernt, mit seiner Frau in heiliger und achtungsvoller Weise zu verkehren, nicht in leidenschaftlicher Weise wie die Heiden, die Gott nicht kennen; und daß keiner seine Rechte überschreitet und seinen Bruder bei Geschäften betrügt, denn all das rächt der Herr, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht dazu berufen, unrein zu leben, sondern heilig zu sein.

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11. Tag: »Freude, Gebet und Dankbarkeit«

Heute vernehmen wir verschiedene Weisungen des heiligen Paulus an die Gemeinde in Thessaloniki (1 Thess 5,14–23), nach denen sie leben sollen, damit der Friede Gottes unter ihnen herrscht und sie so “bewahrt bleiben für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus Drei der Bitten, welche der Apostel an die Gemeinde richtet, werden wir ein wenig genauer betrachten. Da heißt es: “Freut euch allezeit, betet ohne Unterlaß, seid dankbar für alles; denn das will Gott von euch allen in Christus Jesus.

  1. “Freut euch allezeit(1 Thess 5,16)

Hier ist sicher keine emotionale Freude gemeint, so schön diese auch sein mag. Allerdings kann sie rasch wieder weichen und andere Gefühle treten an ihre Stelle. Vielmehr ist eine geistige Freude gemeint, genauer gesagt, die Freude an Gott selbst. Die tägliche Erinnerung daran, daß Gott uns liebt, kann zu einer dauerhaften und tiefen Freude führen – besonders, wenn wir uns bewußt werden, daß die Liebe Gottes auch dann nicht von uns weicht, wenn wir schwach sind und hinter dem zurückbleiben, was wir uns vorgenommen haben. Das grundsätzliche »Ja« Gottes ist über unserem Leben gesprochen, das wir den vielen »Nein«, die uns von innen oder außen begegnen, entgegenstellen.

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10 Tag: »Wertvolle Mahnungen«      

In der heutigen Lesung aus dem Propheten Ezechiel befindet sich der Herr im Rechtsstreit mit seinem Volk, das ihm vorwirft, ungerecht zu sein. Um was geht es? Der Herr erklärt:

“Wenn der Schuldige sich von allen Sünden, die er getan hat, abwendet, auf alle meine Gesetze achtet und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, dann wird er bestimmt am Leben bleiben und nicht sterben. Keines der Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, wird ihm angerechnet. Wegen seiner Gerechtigkeit wird er am Leben bleiben. Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen – Spruch Gottes, des Herrn – und nicht vielmehr daran, daß er seine bösen Wege verläßt und so am Leben bleibt? Wenn jedoch ein Gerechter sein rechtschaffenes Leben aufgibt, wenn er Unrecht tut und all die Gräueltaten begeht, die auch der Böse verübt, sollte er dann etwa am Leben bleiben? Keine seiner gerechten Taten wird ihm angerechnet. Wegen seiner Treulosigkeit und wegen der Sünde, die er begangen hat, ihretwegen muß er sterben” (Ez 18,21–24).

Offensichtlich waren die Juden mit diesen Aussagen nicht einverstanden, denn der Herr sagt durch den Propheten: “Ihr aber sagt: Das Verhalten des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Mein Verhalten soll nicht richtig sein? Nein, euer Verhalten ist nicht richtig.” (Ez 18,29)

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9. Tag: » Verantwortung und Beweglichkeit für den Willen des Herrn«

Heute führt unser Weg zunächst zur Lesung des Propheten Ezechiel. Der Herr möchte etwas klären, was wohl im Volk an falschen Gedanken und Redewendungen üblich war. Da hieß es: “Was soll dies, daß ihr unter euch eine bildliche Redewendung als Sprichwort gebraucht im Land Israel, indem ihr sprecht: Die Väter aßen saure Trauben und den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden.

Der Herr bringt deutlich zum Ausdruck, daß er dieses Sprichwort in Israel nicht mehr hören möchte, sondern daß jeder für seine Taten selbst verantwortlich ist: “Seht, mein sind alle Seelen, die Seele des Vaters wie die des Sohnes: die Seele aber, die sündigt, die soll sterben.

Dann weist der Herr darauf hin, wie sie zu leben haben. In Vers 8 und 9 ist es folgendermaßen zusammengefaßt: “Wer nach meinen Geboten wandelt und meine Rechte beobachtet, indem er nach der Wahrheit handelt, der ist gerecht, der soll leben.

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8 Tag: »Unterwegs mit Mose und Elija zum authentischen Zeugnis«

In den beiden Tageslesungen des Vetus Ordo (Ex 24,12–18 und 1 Kön 19,3–8) begegnen wir heute zwei gewaltigen Propheten des Alten Bundes. Einmal ist es Mose, der das Volk Israel im Auftrag des Herrn aus der Herrschaft des ägyptischen Pharaos befreite und in die Wüste führte. Dort hat der Herr Großes mit ihm vor. Er ruft ihn auf den Berg Sinai und sagt: “Steig herauf zu mir auf den Berg und bleibe hier. Ich will dir steinerne Tafeln geben, worauf ich das Gesetz und die Gebote geschrieben habe, damit du die Kinder Israels lehrst(Ex 24,12).

Mose folgte dem Ruf, und als sich die Herrlichkeit des Herrn wie ein loderndes Feuer zeigte, stieg Mose den Berg hinauf. Er “verweilte dort vierzig Tage und Nächte.

Entscheidendes sollte geschehen, und Mose wurde vom Herrn in diesen vierzig Tagen darauf vorbereitet und noch mehr in seine Aufgabe eingeführt.

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