Das Wirken des Heiligen Geistes  

Joh 15,26–16,4a

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid. Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. Ich habe es euch gesagt, damit ihr, wenn deren Stunde kommt, euch an meine Worte erinnert.

Die katholische Lehre hält daran fest, daß der Heilige Geist vom Vater und vom Sohn gesandt wird. Seine Aufgabe ist es, wie es der Text heute nahelegt, an all das, was Jesus gesagt und getan hat, zu erinnern und Zeugnis für ihn abzulegen.

Das ist nicht nur eine allgemeine Erinnerung daran, was Jesus gesagt und getan hat, sondern eine Verlebendigung und Vergegenwärtigung des Wortes Jesu. Sein Wort schließt sich uns in einer größeren Fülle auf, und der Heilige Geist kann uns die Intention Jesu, wie er das Wort verstanden haben möchte, kundtun.

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Der Geist der Wahrheit

Heute werfen wir einen weiteren Blick auf den Heiligen Geist.

Joh 14,15-21

Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch. Nur noch kurze Zeit, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und weil auch ihr leben werdet. An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

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Der wahre Führer der Mission

Nachdem wir nun dreimal den Blick auf die Berufung eines wahren Hirten und insbesondere auf den heiligen Petrus und seine Nachfolger geworfen haben, fügt sich dieser Text über den Heiligen Geist sehr gut ein.

Apg 16,1-10 

In jenen Tagen kam Paulus auch nach Derbe und nach Lystra. Dort war ein Jünger namens Timotheus, der Sohn einer gläubig gewordenen Jüdin und eines Griechen. Er war Paulus von den Brüdern in Lystra und Ikonion empfohlen worden. Paulus wollte ihn als Begleiter mitnehmen und ließ ihn mit Rücksicht auf die Juden, die in jenen Gegenden wohnten, beschneiden; denn alle wußten, daß sein Vater ein Grieche war. Als sie nun durch die Städte zogen, überbrachten sie ihnen die von den Aposteln und den Ältesten in Jerusalem gefaßten Beschlüsse und trugen ihnen auf, sich daran zu halten. So wurden die Gemeinden im Glauben gestärkt und wuchsen von Tag zu Tag. Weil ihnen aber vom Heiligen Geist verwehrt wurde, das Wort in der Provinz Asien zu verkünden, reisten sie durch Phrygien und das galatische Land. Sie zogen an Mysien entlang und versuchten, Bithynien zu erreichen; doch auch das erlaubte ihnen der Geist Jesu nicht. So durchwanderten sie Mysien und kamen nach Troas hinab. Dort hatte Paulus in der Nacht eine Vision. Ein Mazedonier stand da und bat ihn: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns! Auf diese Vision hin wollten wir sofort nach Mazedonien abfahren; denn wir waren überzeugt, daß uns Gott dazu berufen hatte, dort das Evangelium zu verkünden.

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Der Petrusdienst als Zeichen der Einheit    

Heute werfen wir noch einen letzten Blick auf die Berufung des heiligen Petrus, nachdem wir gestern einige Aspekte betrachtet haben, die zur Erfüllung eines solch hohen Amtes nötig sind.

Wir hatten hervorragende Päpste in der Nachfolge des heiligen Petrus, aber auch solche, die die inneren Bedingungen für die Fruchtbarkeit des Amtes kaum mitbrachten. Doch können wir Katholiken trotzdem mit Freude sagen, daß der »Fels« über die Jahrhunderte den Stürmen standgehalten hat.

Nachdem Petrus das Bekenntnis abgelegt hatte, daß Jesus der Messias ist (Mt 16,16), sagte der Herr die uns so wohlbekannten Worte zu ihm:

“Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben. Was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.” (Mt 16,18-19)

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Elemente, die einen wahren Hirten ausmachen

In Bezug auf das Petrusamt haben wir gestern hervorgehoben, daß Jesus, als er Petrus zu seinem Hirtendienst an den Schafen berufen hat, nach seiner Liebe gefragt hat, um ihm dann den Auftrag zu geben, diese zu weiden. (Joh, 21,15–19).

Wir haben weiter betrachtet, daß der Dienst des Papstes insbesondere darin besteht, die Lehre Christi authentisch durch die Jahrhunderte hindurch bis zum Tag seiner Wiederkunft am Ende der Zeiten weiterzugeben, denn die Kirche hat die Berufung des Petrus als eine Einsetzung zu einem universalen Hirtenamt verstanden. In diesem Zusammenhang ist zu unterstreichen, wie wichtig es ist, daß die Kirche vor Irrlehren geschützt bleibt und diese zurückweist, damit ihr Gift nicht den Leib Christi durchdringt.

Im Folgenden möchte ich einige Punkte hervorheben, welche für einen wahren Hirten der Kirche unabdingbar sind.

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Weide meine Schafe!

In der so reichen Zeit zwischen der Auferstehung des Herrn, seiner Himmelfahrt und der Herabkunft des Heiligen Geistes wollen wir uns vermehrt dem Thema »Kirche« zuwenden. Sicherlich hat der Herr seine Jünger noch intensiver darauf vorbereitet, was auf sie zukommen würde, und sie in seine Pläne eingeweiht, soweit sie es begreifen konnten, und entsprechende Weichen gestellt. Eine dieser wesentlichen Weichen wird durch den folgenden Text verdeutlicht.

“Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich Dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich Dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, Du weißt alles; Du weißt, daß ich Dich liebhabe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!” (Joh 21,15–19)

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Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen

Apg 14,19-28

In jenen Tagen kamen Juden von Antiochia und Ikonion und überredeten die Volksmenge. Und sie steinigten den Paulus und schleiften ihn zur Stadt hinaus, in der Meinung, er sei tot. Als aber die Jünger ihn umringten, stand er auf und ging in die Stadt. Am anderen Tag zog er mit Barnabas nach Derbe weiter. Als sie dieser Stadt das Evangelium verkündet und viele Jünger gewonnen hatten, kehrten sie nach Lystra, Ikonion und Antiochia zurück. Sie sprachen den Jüngern Mut zu und ermahnten sie, treu am Glauben festzuhalten; sie sagten: Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen. In jeder Gemeinde bestellten sie durch Handauflegung Älteste und empfahlen sie mit Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten. Nachdem sie durch Pisidien gezogen waren, kamen sie nach Pamphylien, verkündeten in Perge das Wort und gingen dann nach Attalia hinab. Von dort fuhren sie mit dem Schiff nach Antiochia, wo man sie für das Werk, das sie nun vollbracht hatten, der Gnade Gottes empfohlen hatte. Als sie dort angekommen waren, riefen sie die Gemeinde zusammen und berichteten alles, was Gott mit ihnen zusammengetan und daß er den Heiden die Tür zum Glauben geöffnet hatte. Und sie blieben noch längere Zeit bei den Jüngern.

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