Das Licht des Sohnes Gottes

Nachdem ich gemeinsam mit dem heiligen Paulus meine Trauer darüber kundgetan habe, daß so viele Juden Jesus weder zu seiner Zeit, noch durch die Verkündigung der Apostel erkannt haben, und ihn bis heute nicht erkennen, möchte ich den Herrn selbst über sich sprechen lassen.

Mit Rabbi Eugenio Zolli lernten wir einen Juden kennen, der den Weg zu Jesus fand. In Augustinus begegneten wir einem suchenden Menschen, der sich vom Wort Gottes treffen ließ und sein Leben in der Folge ganz nach Gott ausrichtete. Möge es noch vielen Menschen so ergehen, daß sie dem “Licht der Welt” (Joh 9,5) und dem “Wort Gottes” begegnen, das der Herr selbst ist!

Joh 12,44-50

In jener Zeit rief Jesus aus: “Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten. Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag. Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. Und ich weiß, daß sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.

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STERBEN, AUFERSTEHEN UND LEBEN

“Weggehen von Dir heißt STERBEN. Zurückkehren zu Dir heißt AUFERSTEHEN. Wohnen bei Dir heißt LEBEN.” (Heiliger Augustinus)

Mit diesen wenigen Worten, lieber Vater, trifft der heilige Augustinus es ganz genau. Wenn wir nämlich von Dir weggehen würden – was Du immer verhüten mögest –, könnten wir die Gnade, Deine lebendige Zuwendung zu uns, nicht mehr aufnehmen. Alles in uns würde beginnen abzusterben, alles, was uns den wahren Wert des Daseins erst richtig erschließt.

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DER FEINDSCHAFT WIDERSTEHEN

“Alle, die mir nachfolgen wollen, erfahren die Feindschaft der Hölle und auch jener, die auf die Dämonen hören.” (Inneres Wort)

Dies ist unvermeidbar, wenn wir in die Nachfolge Christi eintreten. Der Ausdruck der Feindschaft mag sich zwar unterschiedlich zeigen, doch sie wird nicht ausbleiben. Das hat uns der Vater durch seinen Sohn und durch das Zeugnis derer, die ihm nachfolgten, deutlich gemacht.

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HEILIGE VERWANDTSCHAFT  

“Alle können Brüder und Schwestern werden, wenn sie an mich glauben.” (Inneres Wort)

Hier ist jene Verwandtschaft gemeint, von der auch unser Herr im Evangelium spricht:

“Da sagte jemand zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir sprechen. Dem, der ihm das gesagt hatte, erwiderte er: “Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er streckte die Hand über seine Jünger aus und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.” (Mt 12,47–50)

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Ein erneuter Blick auf die Juden

In den letzten beiden Betrachtungen haben wir nochmals schmerzlich gesehen, daß die Juden keinen organischen Weg zur Erkenntnis Jesu als des Messias fanden. Daß der Übergang, bzw. die Erfüllung des bisherigen Weges in der Nachfolge des Gottessohnes nicht nur möglich war, sondern auch tatsächlich geschah, zeigte sich bei den Aposteln des Herrn und bei jenen, die zum Glauben gefunden hatten. Besonders deutlich wurde dies beim heiligen Paulus, der aus den gelehrten Kreisen des Judentums stammte und seine Bekehrung und Erleuchtung als große Gnade erlebte. Gott war mit Vollmacht am Werk und bestätigte seinen Sohn auch durch Zeichen und Wunder. Da dies aber nicht erkannt wurde und stattdessen die Entfremdung immer größer wurde, gab es keinen gemeinsamen Weg mehr. Die Folge war der Ausschluß der Bekenner des Messias nach der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n. Chr. und der Neuorganisation des Judentums.

So traurig das sein mag, war diese Trennung wohl unvermeidlich, denn die Anerkennung des Gottessohnes als des Messias war das entscheidende Moment und wird es auch bleiben, welches die Türe der Gnade für die Menschheit öffnet. Die Antwort, ihm zu folgen, ist das entscheidende Moment, damit die Gnade, die der Gottessohn auf die Erde gebracht hat, die Menschen erreichen kann.

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SCHAU DU AUF MICH!  

“Schau du auf mich, so wie ich auf dich schaue!” (Inneres Wort)

Das ist die liebevolle Einladung unseres himmlischen Vaters zu einem vertrauten Weg durch diese Erdenzeit. Welche Zärtlichkeit begegnet uns in diesem Wort! Das Schauen des Vaters auf uns Menschen ist voller sorgender Liebe für unsere leiblichen und geistlichen Bedürfnisse. Immer kommt die Liebe Gottes uns zuvor, denn er hat schon auf uns geschaut, bevor wir im Schoß der Mutter waren: Weiterlesen