“Zuweilen ist dem Menschen Schmerz dienlicher als Gesundheit, Anspannung nützlicher als Entspannung, Zurechtweisung förderlicher als Nachsicht. So wollen wir in guten Tagen nicht übermütig werden und im Unglück nicht verzagen und zusammenbrechen.” (Heiliger Gregor von Nazianz)
Showing all posts in Mai 2026
Der Geist der Wahrheit
Heute werfen wir einen weiteren Blick auf den Heiligen Geist.
Joh 14,15-21
Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch. Nur noch kurze Zeit, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und weil auch ihr leben werdet. An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
Der wahre Führer der Mission
Nachdem wir nun dreimal den Blick auf die Berufung eines wahren Hirten und insbesondere auf den heiligen Petrus und seine Nachfolger geworfen haben, fügt sich dieser Text über den Heiligen Geist sehr gut ein.
Apg 16,1-10
In jenen Tagen kam Paulus auch nach Derbe und nach Lystra. Dort war ein Jünger namens Timotheus, der Sohn einer gläubig gewordenen Jüdin und eines Griechen. Er war Paulus von den Brüdern in Lystra und Ikonion empfohlen worden. Paulus wollte ihn als Begleiter mitnehmen und ließ ihn mit Rücksicht auf die Juden, die in jenen Gegenden wohnten, beschneiden; denn alle wußten, daß sein Vater ein Grieche war. Als sie nun durch die Städte zogen, überbrachten sie ihnen die von den Aposteln und den Ältesten in Jerusalem gefaßten Beschlüsse und trugen ihnen auf, sich daran zu halten. So wurden die Gemeinden im Glauben gestärkt und wuchsen von Tag zu Tag. Weil ihnen aber vom Heiligen Geist verwehrt wurde, das Wort in der Provinz Asien zu verkünden, reisten sie durch Phrygien und das galatische Land. Sie zogen an Mysien entlang und versuchten, Bithynien zu erreichen; doch auch das erlaubte ihnen der Geist Jesu nicht. So durchwanderten sie Mysien und kamen nach Troas hinab. Dort hatte Paulus in der Nacht eine Vision. Ein Mazedonier stand da und bat ihn: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns! Auf diese Vision hin wollten wir sofort nach Mazedonien abfahren; denn wir waren überzeugt, daß uns Gott dazu berufen hatte, dort das Evangelium zu verkünden.
ICH GEBE NUR, WAS DU MIR GEGEBEN HAST
“Ich habe nichts zu geben als das, was Du mir selbst gegeben hast.” (Heilige Katharina von Siena)
Wenn wir dieses Wort der heiligen Katharina von Siena tief in uns aufnehmen, dann erwachen wir zur freudigen Realität unseres Lebens, denn es führt uns in die liebende Demut. Alles hat uns der himmlische Vater gegeben und anvertraut. Es ist sein Weinberg, in den wir gerufen sind, und er gibt uns alles, was wir brauchen, um gute Arbeiter zu sein. Alles Aufgeblasene, Selbstbezogene, Eitle und Stolze wirkt dabei wie eine Maskerade, die das Eigentliche unserer Existenz oft genug parodiert.
Der Petrusdienst als Zeichen der Einheit
Heute werfen wir noch einen letzten Blick auf die Berufung des heiligen Petrus, nachdem wir gestern einige Aspekte betrachtet haben, die zur Erfüllung eines solch hohen Amtes nötig sind.
Wir hatten hervorragende Päpste in der Nachfolge des heiligen Petrus, aber auch solche, die die inneren Bedingungen für die Fruchtbarkeit des Amtes kaum mitbrachten. Doch können wir Katholiken trotzdem mit Freude sagen, daß der »Fels« über die Jahrhunderte den Stürmen standgehalten hat.
Nachdem Petrus das Bekenntnis abgelegt hatte, daß Jesus der Messias ist (Mt 16,16), sagte der Herr die uns so wohlbekannten Worte zu ihm:
“Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben. Was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.” (Mt 16,18-19)
NICHTS IST LIEBLICHER ALS MARIA
“Nichts ist gering, was Gott befiehlt. […] Darum empfehle ich euch die Verehrung der Muttergottes am wärmsten. Nichts ist mächtiger, nichts lieblicher, nichts stärker als sie!” (Heiliger Stanislaus Kostka)
Dies spricht der Heilige aus tiefster eigener Erfahrung und legt uns allen den großen Schatz ans Herz, den Gott uns geschenkt hat: die Tochter des Vaters, die Mutter des Sohnes und die Braut des Heiligen Geistes.
Elemente, die einen wahren Hirten ausmachen
In Bezug auf das Petrusamt haben wir gestern hervorgehoben, daß Jesus, als er Petrus zu seinem Hirtendienst an den Schafen berufen hat, nach seiner Liebe gefragt hat, um ihm dann den Auftrag zu geben, diese zu weiden. (Joh, 21,15–19).
Wir haben weiter betrachtet, daß der Dienst des Papstes insbesondere darin besteht, die Lehre Christi authentisch durch die Jahrhunderte hindurch bis zum Tag seiner Wiederkunft am Ende der Zeiten weiterzugeben, denn die Kirche hat die Berufung des Petrus als eine Einsetzung zu einem universalen Hirtenamt verstanden. In diesem Zusammenhang ist zu unterstreichen, wie wichtig es ist, daß die Kirche vor Irrlehren geschützt bleibt und diese zurückweist, damit ihr Gift nicht den Leib Christi durchdringt.
Im Folgenden möchte ich einige Punkte hervorheben, welche für einen wahren Hirten der Kirche unabdingbar sind.
