GOTTES MITGEFÜHL

“Gottes Mitgefühl für dich ist größer als deine Sorgen.” (Jean Baptiste de la Salle)

Sehr oft werden wir in der Heiligen Schrift gemahnt, uns nicht den Sorgen zu überlassen. Und in der Tat: Übermäßige Sorgen führen uns geistlich gesehen in eine große Unwirklichkeit. Sie besteht darin, daß wir keinen Ausweg sehen, die Sorgen uns ständig begleiten, unsere Lebenskraft schwächen und sogar unser Aussehen mitbestimmen, sodaß wir in gewisser Weise »vergrämt« in die Welt schauen. Wer kennt sie nicht, die von Sorgen zerfurchten Gesichter, die unser Mitleid erwecken?

“Kommt zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch Ruhe verschaffen für eure Seelen”, ist eines der Worte Jesu, die uns aufrichten wollen. Auch das Wort: “Werft all eure Sorge auf mich” lädt uns ein, eine wirkliche Lösung zu finden.

Der heilige Jean Baptiste will uns noch einen weiteren Zugang eröffnen, um besser mit den Sorgen umzugehen. Wir sollen verstehen, daß Gottes Mitgefühl für uns größer ist als unsere Sorgen. Unser innerer Gemütszustand und unsere äußere Bedrängnis sind unserem Vater bekannt. Er kennt unsere Lage und schaut nicht einfach darüber hinweg. Er möchte sich durch sein Mitgefühl sozusagen in unseren Zustand einfinden, um dort die Wärme seiner Liebe zu verbreiten. Auf diesem Weg sollen wir verstehen, daß wir nicht allein gelassen sind.

Die Schwierigkeit in diesem »überbesorgten Zustand« besteht darin, daß wir den Herrn leicht vergessen, weil uns die Dynamik der Sorgen zu sehr in Anspruch nimmt. Vielleicht hilft uns hier das Wort des Heiligen, uns leichter an Gottes liebende Gegenwart zu erinnern, die alles verwandeln kann!