Themen des geistlichen Lebens: »Gebetsleiden« (II)  

Das Gebet gehört mit zu den Herrlichkeiten, die wir schon auf der Erde genießen können, denn es ist eine Leiter, auf der Gott zu uns niedersteigt und wir zu ihm aufsteigen. Doch auch im Gebetsleben sind wir nicht frei von den Mühen unseres irdischen Daseins und erleben Störungen aller Art, die Gott aber in seiner Weisheit in den Dienst nimmt.

Gestern hörten wir schon von einigen dieser sog. Gebetsleiden, mit denen es die Gläubigen zu tun bekommen. Heute führen wir das Thema zu Ende.

  • Widerwille gegen das Gebet:

Es kann bei einem intensiven Gebetsleben vorkommen, daß ein Widerwille aufkommt gegen das Gebet, gegen das Religiöse allgemein und gegen das Wort Gottes. Alles erscheint einem sinnlos! Das mag verschiedene Ursachen haben. Selbstverständlich ist auch der Teufel daran interessiert, uns von einem Wachstum auf dem geistlichen Weg abzubringen, und arbeitet mit Einflüsterungen daran, durch die er auf die Gefühle und Gedanken einwirken will. Der Widerwille kann aber auch aus unserer menschlichen Natur kommen, die sich gegen die Forderungen des Glaubens auflehnt und auf irgendeiner Ebene sagt: “Ich will nicht mehr!”

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DEN VATER TIEFER ERKENNEN

“Ist es ferner nicht wahr, daß ihr mich wie herzlich zugeneigte Kinder lieben würdet, wenn ihr wirklich wüßtet, welchen Vater ihr habt?” (Aus der Botschaft von Gottvater an M. Eugenia Ravasio).

Es hängt sehr viel von der wahren Erkenntnis Gottes ab. Aus diesem Grund hat sich unser göttlicher Vater Madre Eugenia gezeigt und sie veranlaßt, das kleine Büchlein zu schreiben, aus dem dieser Text entnommen ist. Erkennen hängt mit Lieben zusammen. Je tiefer ich Gott erkenne, desto mehr liebe ich ihn, weil ich seinem Wesen begegne – und somit begegne ich der Liebe selbst.

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Themen des geistlichen Lebens: »Gebetsleiden« (I)   

Aufgrund der außerordentlichen Bedeutung eines geregelten Gebetslebens folgen nun zunächst zwei Teile aus einer Serie über das Gebet aus dem Jahr 2024.

Wer sich ernsthaft auf den Weg des Gebets begibt, wer also nicht nur gelegentlich und bei besonderen Anlässen – beispielsweise in großer Not – betet, der wird merken, daß das Gebet ihn nicht immer einfach nur trägt, sondern daß es Leiden gibt, die das Gebet sogar anstrengend machen. Dies hat mit der Trägheit unserer menschlichen Natur zu tun, mit Reinigungsprozessen, aber natürlich auch mit verschiedenen Anfechtungen und Versuchungen, die uns leicht mutlos machen könnten. Es kann sogar so weit gehen, daß man geneigt ist, am Sinn des Gebets zu zweifeln, weil Gott einen scheinbar nicht erhört und das Gebet so gut wie keine Freude macht. Die Seele ist in Gefahr, den »mühseligen Umgang« mit Gott wieder aufzugeben.

Zunächst sei gesagt, daß sich der Mensch an das Gebet gewöhnen muß. Zwar gibt es Phasen, in denen es uns leichtfällt, weil wir Freude daran haben, »nach Hause« zu kommen, und weil wir mit religiösen Gefühlen beschenkt werden, welche uns beglücken. Doch langfristig gesehen braucht es Disziplin und Durchhaltevermögen, um ein regelmäßiges Gebetsleben zu führen. Wie immer gibt es Ausnahmen. Manchen Menschen fällt das Gebet leicht. Doch die Regel dürfte eher das zuvor Erwähnte sein.

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EINE ANDERE QUALITÄT DES LEBENS

“Ich bin mitten unter euch. Selig sind, die diese Wahrheit glauben und diese Zeit nutzen.” (Aus der Botschaft von Gottvater an M. Eugenia Ravasio)

Was würde sich nicht alles ändern, wenn wir dieses Wort unseres Vaters im Leben verwirklichen würden! Es reicht nicht aus, nur an die allgemeine Anwesenheit Gottes in dieser Welt zu glauben, und zu erkennen, daß Gott all die Dinge in seiner Hand behält, so wichtig das auch ist!

Diese Aussage gilt jedoch auch für das konkrete liebende Walten Gottes im Leben eines jeden Menschen. Im Glauben öffnet sich bereits ein Blick, der dann in der Ewigkeit ins Schauen übergeht. Und das hat eine große Auswirkung.

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DER BLICK AUF GOTTES BESONDERE GÜTE

“Wie wunderbar muß doch der Himmel sein, daß Gott eine so peinlich genaue Reinigung der Seelen vornimmt.” (Heilige Katharina von Siena)

Dieses Wort schenkt uns die heilige Katharina von Siena, die es wissen muß, denn sie war sehr tief mit unserem Herrn verbunden und wurde zur Kirchenlehrerin erhoben.

Sie geht das Thema der notwendigen Reinigung vor dem Tod in der rechten Weise an mit dem Blick auf die Ewigkeit. Um in die Herrlichkeit des Himmels eintreten zu können, müssen wir vollkommen gereinigt sein. Nichts vom Schmutz der Sünde und deren Auswirkungen kann und soll in das Reich der ewigen Liebe mitgenommen werden.

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Unerschrocken das Evangelium verkünden

Joh 1,45-51

Philippus traf Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazareth, der Sohn Josefs. Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazareth? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Nathanael fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Nathanael antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, daß ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

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EIN ANDERES MARTYRIUM

“Das Martyrium besteht nicht nur im Sterben für den Glauben. Das Martyrium besteht auch darin, Gott mit Liebe und Reinheit des Herzens jeden Tag seines Lebens zu dienen.”  (Heiliger Hieronymus)

Mit diesen Worten des heiligen Hieronymus sind wir alle eingeladen, jeden Tag das Martyrium der Liebe – wenn man es so will – zu erleiden oder besser zu vollziehen. Nicht nur das hochgeschätzte Blutmartyrium für den heiligen Glauben erstrahlt in hellem Licht, sondern auch das verborgene Leben in Christus, das wir als den Weg der Heiligkeit bezeichnen. Das gilt auch, wenn niemand davon Kenntnis nimmt, denn unser himmlischer Vater sieht unsere Bemühungen sehr genau, stützt sie und regt sie mit seiner Gnade an.

Es ist ein Weg, der Ausdauer braucht und immer wieder Ermutigung, wenn wir die Grenzen unserer Liebesfähigkeit wahrnehmen. Sie zu bemerken, ist hilfreich, aber enttäuscht über sich stehenzubleiben, ist verkehrt!

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