ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Karl VII. hört auf Jeanne« (IV)  

Mit Überzeugung und Mut tritt Jeanne die elf Tage lange beschwerliche Reise nach Chinon an. Sie weiß sich von Gott beauftragt und fürchtet daher nicht, aufgehalten zu werden. Immer wieder stärkt sie auch ihre Begleiter. Zwei von ihnen werden später im Zuge des Rechtfertigungsprozesses für die Heilige von diesem Ritt Zeugnis ablegen.

Der Ritter Bertrand de Poulengy berichtet:

“Es war ein aufregender Ritt, aber Jeanne redete uns zu, wir sollten keine Angst haben, denn der edle Dauphin würde uns freundlich empfangen, gelangten wir erst nach Chinon! Und ich versichere euch, ich war von ihren Worten ganz entflammt, denn wirklich schien sie mir von Gott gesandt. Nie habe ich an ihr das geringste Übel sehen können. Sie war so gut wie eine Heilige […]. So kamen wir zusammen ohne Hindernis nach Chinon, wo sich der König aufhielt, der damals noch Dauphin (Thronanwärter) war. Dort war es, wo wir die Jungfrau den Edlen und Gefolgsleuten des Königs vorstellten.

Weiterlesen

DEM GUTEN HIRTEN FOLGEN

“Ich bin der gute Hirte, ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.” (Joh 10,14)

Der gute Hirt! Welch vertrauensstiftendes Bild ist dies – auch wenn wir Hirt und Herde in der Natur immer weniger antreffen! Aber das Bild spricht uns von innen an. Wir wissen in unserem Inneren, was der gute Hirt bedeutet. Es ist jemand, der auf uns achtet, der sich um unser Leben sorgt, der uns nicht aus den Augen verliert, der uns vor Gefahren warnt und uns dorthin führt, wo wir zu Hause sind und gute Weide finden. Weiterlesen

DIE GEISTLICHE GRUNDORDNUNG

“Suchet zuerst das Reich Gottes; dann wird euch alles andere dazugegeben.”  (Mt 6,33)

Wie sehr würde sich alles in unserem Leben ordnen, wenn wir nur diesen Rat des Herrn befolgen würden! Es würde jene geistliche Grundordnung eintreten, die alles bestimmt, aber leider so sehr durcheinandergeraten ist. Unser himmlischer Vater könnte uns dann sehr leicht alles zukommen lassen, weil die Empfänglichkeit unsererseits vorhanden wäre. In einem gewissen Sinn würden wir schon in ein »jenseitiges Leben« eintreten, denn ohne Frage ist der heilige Wille Gottes die strahlendste Herrlichkeit aller Engel und Heiligen.

Weiterlesen

ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Die Mission wird konkret« (III)

In den kommenden Jahren ihres Heranwachsens trug Jeanne d’Arc dieses Geheimnis zwischen Gott und ihr verborgen in sich. Sie sprach mit niemandem darüber, weder mit dem zuständigen Pfarrer noch mit ihren Eltern oder Freunden. Unter der Führung ihrer Heiligen richtete sie ihr ganzes Leben danach aus, und erfuhr nach und nach mehr über ihre Mission.

Die schwierige Kriegslage Frankreichs war der jungen Jeanne bewußt, denn der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich machte auch vor ihrem Dorf keinen Halt. Die politische Zerrissenheit des Landes, die verschiedenen Kriegsparteien und die herumstreunenden, plündernden Banden stellten eine ständige Bedrohung dar. Es bestand keine Aussicht auf Frieden. Gewiß war diese unheilvolle Situation das tägliche, sorgenvolle Gesprächsthema aller Bewohner Domrémys und Umgebung.

Im Laufe dieses Krieges hatten die Engländer nach und nach große Gebiete Frankreichs unter ihre Kontrolle gebracht. Sie verbündeten sich mit den französischen Burgundern, sodaß die Eroberung ganz Frankreichs und die damit einhergehende Herrschaft des englischen Königs sich immer stärker abzeichnete.

Weiterlesen