Die erste Auferstehung

Nachdem wir nun in drei Betrachtungen auf unsere zukünftige Auferstehung des Leibes geschaut haben, auf die wir als Glaubende freudig zugehen können, ist es angebracht, auf unsere geistliche Auferstehung zu schauen, welche die Voraussetzung dafür ist, daß wir mit Zuversicht dem Tod entgegengehen können. Diese geistliche Auferstehung wird auch als die “erste Auferstehung” bezeichnet, womit die Erweckung der Seele zum wahren Leben gemeint ist.

Der heilige Augustinus schreibt im Gottesstaat über dieses Thema und kommentiert dabei folgendes Wort des Herrn:

“Wahrlich, wahrlich, sage ich euch, die Stunde kommt, und jetzt ist sie da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohne verliehen, das Leben in sich selbst zu haben. ” (Joh 5,25–26)

Augustinus zufolge spricht der Herr hier nicht von der zweiten Auferstehung, von der leiblichen, die am Ende stattfinden wird, sondern von der ersten, die jetzt stattfindet. Eben diese will er kennzeichnen mit den Worten: “Die Stunde kommt und jetzt ist sie da. Aber diese Auferstehung ist nicht eine Auferstehung der Leiber, sondern der Seelen. Denn auch die Seelen haben ihren Tod, nämlich in Gottlosigkeit und Sünden, und solche Tote meint der Herr, wenn er sagt: “Laß die Toten ihre Toten begraben”, die seelisch Toten mögen die leiblich Toten begraben. ” (Augustinus, Gottesstaat, Buch 28, S. 1227)

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