Ein Blick auf die so wichtigen »letzten Dinge« bleibt unvollständig, wenn wir nicht auch die Möglichkeit einer Verfehlung des Lebens in Betracht ziehen, denn davon geben sowohl die Heilige Schrift als auch die kirchliche Lehre eindeutig Zeugnis.
Gewiß mag es erschreckend sein, davon zu hören, aber das ist kein Grund, diese Dimension unseres Glaubens zu verschweigen, denn es gibt auch so etwas wie einen »heilsamen Schrecken«. Der heilige Johannes Chrysostomos unterstreicht die Wichtigkeit dieser Lehre und betont, wie wesentlich es ist, sie in Erinnerung zu behalten.
“Wahrhaftig, würden wir immer an die Höllenstrafe denken, wir würden nicht leicht hineingeraten! Deshalb hat Gott uns die Höllenstrafe angedroht: Hätte der Gedanke daran nicht etwas Heilsames, so hätte er es nicht getan. Weil die Erinnerung an die Höllenstrafen so große Wirkungen hervorbringt, hat Gott uns die Drohung wie eine heilsame Arznei gereicht. […] Eine Seele, die die Hölle fürchtet, wird nicht leicht in Sünde fallen. […] Die im Herzen wohnende Furcht verbannt daraus alles Sündhafte.” (J. Chrysostomos, Homilie zum 2. Brief an die Thessalonicher, 2,3)
