UMGANG MIT WIDERWILLEN GEGEN DAS GEBET      

“Wenn der Teufel jemanden zugrunderichten will, beginnt er damit, ihm einen großen Widerwillen gegen das Gebet einzuflößen.”  (Heiliger Pfarrer von Ars)

Immer müssen wir damit rechnen, daß es verschiedene Arten von Widerständen gegen unseren Fortschritt im geistlichen Leben gibt. Wenn es auch auf unserem Weg der Nachfolge Christi geschehen kann, daß bei kontemplativen Seelen ein gewisser Widerwille gegen das mündliche Gebet entstehen kann, so richtet sich dieser nicht gegen das Gebet an und für sich, sondern weist darauf hin, daß man mehr das stille Gebet und das Verweilen vor Gott sucht.

Der Pfarrer von Ars spricht hier jedoch eine andere Situation an. Der Teufel will, daß wir möglichst überhaupt aufhören zu beten und die Zeit, die wir uns für das Gebet vorgenommen haben, immer mehr verkürzen und sie mit anderen Inhalten füllen.

Der Heilige macht klar:  “Das Gebet ist für die Seele wie der Regen für das Erdreich.”

Die Folgen der Vernachlässigung des Gebets sind klar. Die Seele bekommt keine richtige Nahrung und sinkt stattdessen immer mehr in ihr natürliches Verlangen ab. Sie wird schwächer und verliert mit der Zeit ihre Spannkraft.

Um dem entgegenzuwirken gilt es, einfach treu zu bleiben, die vorgesehenen Gebetszeiten durchzuhalten, auch wenn man sich noch so “trocken” und “zerstreut” fühlt. Denken wir dabei daran, daß das Gebet nicht nur für unser Seelenheil ist. Jedes aufrichtige Gebet dient der Verherrlichung Gottes. Das gilt auch dann, wenn wir “nichts spüren” oder gar “Widerwillen” wahrnehmen. Lassen wir uns nicht von unseren Gefühlen täuschen. Jedes Gebet dient auch der Kirche, also den Gläubigen, und kann für jene fruchtbar werden, die noch weit von Gott entfernt sind.

Gewiß ist es nicht leicht sich quasi gegen seine negativen, vom Teufel noch verstärkten Gefühle durchzusetzen. Doch der Blick auf unseren Vater wird helfen, der nicht zögern wird, uns zu unterstützen!