EIN ANDERES MARTYRIUM

“Das Martyrium besteht nicht nur im Sterben für den Glauben. Das Martyrium besteht auch darin, Gott mit Liebe und Reinheit des Herzens jeden Tag seines Lebens zu dienen.”  (Heiliger Hieronymus)

Mit diesen Worten des heiligen Hieronymus sind wir alle eingeladen, jeden Tag das Martyrium der Liebe – wenn man es so will – zu erleiden oder besser zu vollziehen. Nicht nur das hochgeschätzte Blutmartyrium für den heiligen Glauben erstrahlt in hellem Licht, sondern auch das verborgene Leben in Christus, das wir als den Weg der Heiligkeit bezeichnen. Das gilt auch, wenn niemand davon Kenntnis nimmt, denn unser himmlischer Vater sieht unsere Bemühungen sehr genau, stützt sie und regt sie mit seiner Gnade an.

Es ist ein Weg, der Ausdauer braucht und immer wieder Ermutigung, wenn wir die Grenzen unserer Liebesfähigkeit wahrnehmen. Sie zu bemerken, ist hilfreich, aber enttäuscht über sich stehenzubleiben, ist verkehrt!

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Gottes Weisheit in allem

Röm 11,33-35

O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege!  Denn wer hat die Gedanken des Herrn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen?  Wer hat ihm etwas gegeben, sodaß Gott ihm etwas zurückgeben müßte?  Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.

Dieser Ausruf kommt aus dem Herzen und dem Geist des Heiligen Paulus, welcher die wunderbaren Führungen Gottes erkennt, trotz der Widerstände des Volkes Israel. Ihm ist eine große Erkenntnis Gottes geschenkt, und aus seinen eigenen Worten wissen wir, daß Gott ihm sogar ein bestimmtes Leiden gelassen hat, damit er sich wegen seiner hohen Erkenntnisse nicht überhebe (vgl. 2 Kor 12,7).

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Die Schule der Demut

Mt 23,1-12

In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

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DIE NEUHEIT DER GNADE

“Wir wollen jeden Tag ein neues Leben beginnen.”  (Heilige Teresa Benedikta vom Kreuz – Edith Stein)

Was kann die Heilige damit gemeint haben? Sie hat wohl darunter verstanden, daß jeder Tag, den man bewußt mit unserem himmlischen Vater lebt, ein sogenannter Kairos ist. Um es einfach auszudrücken, ist damit die Stunde der Gnade gemeint, die wir ergreifen sollen.

Es gibt ja nicht wenige Momente im Leben, in denen man den Eindruck gewinnt, man würde gerne ein neues Leben beginnen. Vielleicht ist uns das Leben aus der Hand geglitten, wir haben es aber bereut und wollen neu anfangen. Vielleicht haben wir endlich eine richtige Entscheidung getroffen, die schon lange anstand. Vielleicht haben wir etwas überwunden, was uns lange festgehalten hat.

Nach solchen Momenten spürt man durch die Gnade Gottes einen inneren Aufschwung. Wir werden durch sie belebt und können Schritte nach vorne tun.

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Die Hierarchie der Gebote

Mt 22,34-40

In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, daß Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie (bei ihm) zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.

Es ist wichtig, um die Hierarchie der Gebote Gottes zu wissen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Das erste und vornehmliche Gebot ist die Gottesliebe. Sie ist das Entscheidende, ob der Mensch ganz in die Grundordnung des Seins einkehrt oder nicht.

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ZUR FREUDE GOTTES LEBEN (II)

“Der Herr hat keine Freude an der Kraft des Pferdes, kein Gefallen am schnellen Lauf des Mannes. Gefallen hat der Herr an denen, die ihn fürchten und ehren, die voll Vertrauen warten auf seine Huld.” (Ps 147,10-11)

Es sind nicht die natürlichen Fähigkeiten des Menschen, die in der Welt oft so bewundert, manchmal sogar idealisiert werden, die unserem Vater Freude bereiten. Sie sind einfach nur Werkzeuge, die ihren wahren Wert nur dadurch gewinnen, wozu sie verwendet werden. Was nützt in den Augen des Herrn eine hohe Intelligenz, wenn sie nicht für das Gute eingesetzt wird?

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ZUR FREUDE GOTTES LEBEN    

Zu den schönen Dingen in dieser Welt gehört es, wenn die Menschen bemüht sind, einander Freude zu machen. Jeder kennt das, besonders wenn es weitgehend von Eigeninteresse befreit und von Selbstlosigkeit geprägt ist.

Am schönsten ist es jedoch, wenn wir zur Freude Gottes leben, wenn wir unser ganzes Leben unserem himmlischen Vater anvertraut haben, einfach weil wir ihn lieben und auf seine Liebe antworten. Damit beginnt schon eine gewisse Glückseligkeit auf der Erde, denn unser Leben weist über uns hinaus auf den hin, der unsere Freude ist, und dessen Freude wir immer mehr werden.

Im Vaterbüchlein von Madre Eugenia macht uns der himmlische Vater schon zu Beginn darauf aufmerksam, was ihm Freude bereitet. Da heißt es:

“Meine Freude besteht darin, von meinen Kindern – das heißt, von der gesamten gegenwärtigen und zukünftigen Menschheit – erkannt und geliebt zu werden.”

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