Erinnerung an das Paradies

Weish 8,1-6  (Lesung am Gedenktag der heiligen Hildegard von Bingen)

Machtvoll entfaltet die Weisheit ihre Kraft von einem Ende zum andern und durchwaltet voll Güte das All. Sie habe ich geliebt und gesucht von Jugend auf,

ich suchte sie als Braut heimzuführen und fand Gefallen an ihrer Schönheit. Im Umgang mit Gott beweist sie ihren Adel, der Herr über das All gewann sie lieb.

Eingeweiht in das Wissen Gottes, bestimmte sie seine Werke. Ist Reichtum begehrenswerter Besitz im Leben, was ist dann reicher als die Weisheit, die in allem wirkt? Wenn Klugheit wirksam ist, wer in aller Welt ist ein größerer Meister als sie?

Heute haben wir die Freude, über eine Heilige zu sprechen, die uns, “Harpa Dei”, insbesondere durch ihre Musik begegnet ist. Sie war eine sehr bedeutsame Benediktinerin des frühen Mittelalters und wurde zur Kirchenlehrerin ernannt.

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WIR GEBEN, WAS WIR EMPFANGEN HABEN

“Ich habe nichts zu geben, als das, was du mir selbst gegeben hast!(Heilige Katharina von Siena)

Wie wahr und befreiend ist dieses einfache Wort der heiligen Katharina von Siena. Es nimmt den Schleier weg, unter dem wir Menschen uns oft befinden, und wo wir uns bemühen, etwas zu sein, etwas darzustellen. Gewiß werden Anforderungen dieser Art nicht selten von der Gesellschaft an uns herangetragen, und wir meinen, ihnen entsprechen zu müssen. Und doch: Ist es nicht eine Illusion, wenn wir dabei nur auf uns selbst bauen? Wenn wir vergessen, woher alles kommt? Ist es nicht eine Blindheit, den Ursprung nicht wahrzunehmen – unseren göttlichen Vater, von dem alles kommt?

Der Satz der Heiligen ist der heilige Realismus der Demut, und hat daher die Kraft der Reinheit. Das entbindet uns nicht davon, das Unsrige zu tun, aber wir wissen, wer uns alles geschenkt und in Liebe anvertraut hat.

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