“Bleibe mir einfach treu, und in den schwachen Stunden verliere nicht die Zuversicht. Auch diese nehme ich in den Dienst.” (Inneres Wort)
Es fällt uns vielleicht nicht so leicht, dieses Wort zu verstehen. Wie gerne wären wir stark und würden alle Herausforderungen des Lebens meistern. Bei Menschen, in denen die Kampfeslust stärker ausgeprägt ist, mag dies besonders der Fall sein. Doch dann tauchen unsere Schwächen auf, die uns nachhaltig an die Begrenztheit unserer Geschöpflichkeit erinnern. Wir bleiben hinter dem zurück, was wir uns vorgenommen haben, und sind von uns selbst enttäuscht.
Unser Vater hat offensichtlich einen anderen Blick. Er weiß sehr wohl um unsere Schwäche und um die Gefahr, uns leicht selbst zu überschätzen. Es entspricht der Weisheit unseres himmlischen Vaters, daß er insbesondere das Heil unserer Seele im Blick hat.
Im Psalm heißt es: “Er (Gott) hat keine Freude an der Kraft des Pferdes, kein Gefallen am schnellen Lauf des Mannes. Gefallen hat der Herr an denen, die ihn fürchten und ehren, die voll Vertrauen warten auf seine Huld.” (Ps 147,10–11)
Es geht für uns Menschen nicht darum, uns vor der Welt und uns selbst zu beweisen, wie groß und stark wir sind, sondern darum, wie sehr Gott im Menschen lebt und durch ihn wirken kann.
Genau hier bekommt das obige Wort einen tiefen Sinn. Es gibt die schwachen Stunden in unserem begrenzten menschlichen Leben, die unser Vater jedoch in den Dienst zu nehmen weiß. Genau diese sollen wir im Vertrauen auf unseren Vater hin öffnen. Dazu lädt Gott uns ein, und so gewinnen sie an Fruchtbarkeit. Wir bleiben dem Herrn treu, weil unser Vater so ist, wie er ist, und nicht nur, weil wir uns stark fühlen. In den schwachen Stunden halten wir an Gott fest, und diese Treue mag vor dem Herrn fruchtbarer sein, als der “schnelle Lauf des Mannes”.
