MIT DEN HEILIGEN BETEN  

“Wie junge Nachtigallen von den alten singen lernen, so werden auch wir durch den Umgang mit den Heiligen das Lob Gottes schöner beten und singen lernen: »Ich werde im Angesicht der Engel singen«, sagt David (Ps 137,1).”  (Heiliger Franz von Sales)

Eine liebenswürdige Einladung des heiligen Franz von Sales, eine tiefe Freundschaft mit den Heiligen zu pflegen. Einen ähnlichen Ratschlag hat uns auch Papst Benedikt XVI. gegeben. Und in der Tat: Mit wem könnten wir besser Gemeinschaft pflegen, als mit jenen, die schon völlig mit Gott vereint leben? Wir wissen doch, daß wir von Menschen, mit denen wir engeren Umgang haben, Verhaltensweisen übernehmen, selbst wenn dies nur unbewußt geschieht. So ist es klug, zu wählen, wem man sich tiefer öffnet, und zu wem man Distanz hält, wenn ungute Reden oder Verhaltensweisen, auf die wir nicht verbessernd einwirken können, die Atmosphäre verdunkeln.

Wer könnte das Lob Gottes besser erklingen lassen, als die Engel und Heiligen, die in der vollkommenen Anschauung Gottes leben? Sie mögen uns durch ihre Freundschaft und Nähe helfen, den himmlischen Vater mit größerer Innigkeit, Würde und Fruchtbarkeit anzubeten. Gott hat sie uns als zuverlässige Freunde zur Seite gestellt. Wir müssen sie nur suchen und ansprechen. Es wird immer wieder gesagt, daß die Heiligen uns von sich aus helfen, aber intensiver ist es, wenn wir sie ansprechen und darum bitten. Warum also nicht das nächste Mal, wenn wir beten, unsere himmlischen Freunde bitten, mit uns zu beten und zu singen, und sie fragen, ob sie nicht immer bei uns sein können?

Nach einiger Zeit werden wir bemerken, wie unser Gebet und unser Gesang an Schönheit gewinnen. Wir beten dann mit ihnen, und aus dieser Vertrautheit wachsen »himmlische Früchte des Lobpreises«.