“Wie schön ist es und wie groß, Gott zu kennen und ihm zu dienen! Wir haben nichts weiter als dies zu tun auf der Welt. Alles, was wir sonst noch machen, ist verlorene Zeit.” (Heiliger Pfarrer von Ars)
Das sagt eine glühende Seele wie der Pfarrer von Ars, der viel Zeit seines priesterlichen Dienstes im Beichtstuhl verbrachte, um den Menschen die vergebende Liebe Gottes zusprechen zu können. Es erinnert an das Wort des Herrn: “Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und alles wird hinzugegeben werden” (Mt 6,33).
Wenn wir lernen, diesem Wort zu folgen, werden wir die Freiheit entdecken, die darin liegt: Es ist die Freiheit der größten Liebe. Alles, was man tut, will man mit dieser Liebe verbinden, oder besser gesagt: Alles soll von dieser Liebe kommen und durchdrungen sein.
Wie Jesus immer auf seinen Vater schaute und nichts tat, ohne in vollkommener Willenseinheit mit unserem Vater zu sein, so sind auch wir eingeladen, uns auf genau diesen Weg zu begeben. Wenn diese Liebe immer mehr erwacht, dann werden wir lernen, sogar die schwersten Abschnitte unseres Erdenweges als Liebesdienst für Gott zu verstehen.
Der Heilige spricht von verlorener Zeit, wenn wir diese Grundausrichtung nicht übernehmen. Das mag zunächst ein wenig hart klingen, denn es gibt harmlose Vergnügungen und Tätigkeiten, die nicht gegen die Weisungen Gottes verstoßen. Und doch: Verstehen wir das Wort im Kontext einer glühenden Seele, die brennt, Seelen zu Gott zu führen, dann wird es verständlicher. Sie fühlt sich leer, wenn sie nicht ganz mit Gott vereint ist und sich freiwillig mit Dingen beschäftigt, die nicht dem Wachstum der Liebe dienen und sie zerstreuen können. Vielleicht hätte sie ja noch mehr Seelen gewinnen können in dieser Zeit!
