“Nein, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.” (Ps 121,4)
So ist es, lieber Vater: Immer wachst Du über uns. Dieses Wachen entspringt Deiner Liebe zu uns und ist frei von jedem Mißtrauen, das wir Menschen leider nicht selten in uns tragen.
Es ist ein anderes Wachen, das für uns begrenzte Menschen fast unvorstellbar ist. Doch wir vertrauen Deinem Wort und wissen uns in Deinem Blick geborgen. Wenn wir dieses Wort wirklich tief in uns aufnehmen, dann müßte es unser Leben verändern. Wir könnten auch den Krampf loswerden, der unser Leben nicht selten einschränkt. Wenn wir zudem Deine Wege suchen, was kann uns denn geschehen?
Eigentlich ist jeder Tag dann eine wunderbare Gelegenheit, ihn ohne Ängste anzunehmen und in Dir zu bewältigen. Allein, wir vergessen das so oft, sodaß unsere Seele sogar manchmal am Boden klebt. Auch müßte jede ungeordnete Traurigkeit von uns weichen, denn Du bist da und hast uns nicht etwa vergessen, nur weil wir Dich aus den Augen verloren haben.
Auch, lieber Vater – und das ist für uns nicht immer leicht zu verstehen – übersiehst Du nicht das Unheil und Elend auf dieser Erde, die Kriege und die vielen Ungerechtigkeiten. Du wirst alles so führen, wie es Deiner Weisheit entspricht. Da wir das vorher nicht erkennen können, machen wir die Schritte des Glaubens und Vertrauens.
Und doch ist es auch eine Einladung, sehr auf unser Leben zu achten, damit wir es vor Dir und den Menschen verantworten können und es Deine Liebe widerspiegelt.
Vielleicht, lieber Vater, wachen wir aus unserem Schlaf tiefer auf, und Deine Liebe lehrt uns, über jene in Deinem Geist zu wachen, die Du uns anvertraut hast!
