Der Heilige Pfad der Fastenzeit | Tag 32: “Nachfolge in Zeiten antichristlicher Bedrohung (V)”

Geistlicher Widerstand gegen die antichristliche Bedrohung

Auf unserem Pfad zum Hochfest der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus haben wir das ernste Thema der Bedrohung durch antichristliche Mächte behandelt, die auch in unsere Kirche eingedrungen sind. Sie versuchen, die Kirche von innen heraus zu zersetzen und zu schwächen. Dadurch verliert sie ihr klares und eindeutiges Zeugnis und vermag den Menschen keine wahre Orientierung mehr zu geben. Je mehr unsere Kirche den »Geruch dieser Welt« annimmt, desto weniger spiegelt sich das Antlitz unseres göttlichen Erlösers in seiner keuschen Braut wider.

Eine der schwerwiegendsten Attacken gegen unsere heilige Kirche, die ihre Identität im Kern bedrohen, können wir in den zunehmenden Angriffen auf die traditionelle Form der Heiligen Messe und deren Restriktion sehen. Anstatt diesen, von einer zunehmenden Anzahl von Gläubigen geliebten Ritus zu stützen und als hohes Gut der Kirche zu fördern, wie es Papst Benedikt XVI. getan hat, geschieht in diesem Pontifikat das Gegenteil. Manche Kleriker und Gläubige, die darin eine große Ungerechtigkeit sehen, werden wohl in der Konsequenz in den Untergrund gehen, um sich dem Zugriff auf diesen Schatz der Kirche zu entziehen und den Fortbestand dieses großen Gutes zu gewährleisten.

Wie also können wir uns als Gläubige gegen die Entfremdungen wehren, die das Antlitz unserer Kirche verdunkeln? Wie sollen wir ihnen in rechter Weise widerstehen? Ich möchte vier Säulen nennen, auf die wir uns in diesem Kampf zu stützen haben.

  1. Um der Verführung durch antichristliche Täuschungen zu entgehen, ist es wichtig, an der gesunden Lehre (Orthodoxie) und der daraus folgenden Praxis der Kirche (Orthopraxis) festzuhalten. Der Apostel Paulus geht so weit zu sagen, daß – selbst wenn ein Engel vom Himmel käme und ein anderes Evangelium verkünden würde – wir ihm nicht glauben sollten (vgl. Gal 1,8). Die katholische Kirche hat – Gott sei dafür unendlich gedankt – eine klare und unzweideutige Lehre. Diese kann sehr wohl vertieft und noch genauer verstanden werden, aber sie kann sich nicht selbst widersprechen. Nie sollte man jemandem Gehör schenken, der nicht das klare Wasser der heilsamen Lehre weitergibt oder gar die Lehre in Frage stellt, relativiert oder um sie herum diskutiert. Das Ohr gegenüber Fabeleien zu verschließen, wie es der Heilige Paulus rät (vgl. 2 Tim 4,3-4), ist bereits ein Akt des Widerstandes, weil wir damit dem Irrtum keinen Raum zur Ausbreitung geben.
  2. Die Moral der Kirche hat sich nicht geändert. Sünde bleibt Sünde und darf nicht verharmlost werden. Wahre Barmherzigkeit bedeutet nicht, die Sünde zu relativieren, sondern dem Menschen aus seiner Situation herauszuhelfen, damit sein Leben wieder objektiv mit dem Willen Gottes übereinstimmt. Das erfordert viel Geduld und Härte sollte vermieden werden. Barmherzigkeit kann aber niemals bedeuten, Menschen in ihrer ungeordneten Lebensweise zu bestätigen. Das wäre eine Irreführung und widerspräche der transzendenten Bestimmung des Menschen, der als wahres Kind Gottes leben soll. Praktizierte Homosexualität z.B. bleibt Sünde, ebenso wie Ehebruch, Sexualität außerhalb der Ehe, Selbstbefriedigung usw., selbst wenn die ganze Welt, einschließlich irregeleiteter Bischöfe und Priester, etwas anderes erzählen würde. Die heilige Kommunion kann nur im Stand der Gnade empfangen werden. Wer den Menschen in diesem oder anderen kritischen Bereichen nicht direkt helfen kann, dem bleibt der Weg des Gebetes und des Opfers.
  3. Die Mission der Kirche hat sich nicht geändert. Nach wie vor gilt es, allen Menschen das Evangelium zu verkünden (vgl. Mt 28,19-20), denn ohne unseren Herrn Jesus kann niemand gerettet werden. “Niemand kommt zum Vater, außer durch mich” (Joh 14,6b). Jede Form des Dialogs und der ökumenischen Bemühungen ist nur dann authentisch, wenn sie diesem klaren Missionsbefehl Jesu entspricht. Es kann nicht das Ziel der Mission sein, daß Moslems zu besseren Moslems und Hindus zu besseren Hindus werden usw., sondern es geht darum, daß sie dem Heilswillen Gottes begegnen, der sich im Kommen seines Sohnes offenbart hat (vgl. Joh 3,16). Niemand kann das ändern, weder der Papst noch die Bischöfe noch sonst irgendein Geschöpf. Ein Dialog ohne diesen Hintergrund ist eine Irreführung.
  4. Der Weg der Heiligkeit hat sich nicht geändert. Zuerst gilt es, die Liebe Gottes aufzunehmen und auf sie zu antworten, in die innige Beziehung mit Gott einzutreten und sie zu pflegen. Dazu hat uns Gott sein Wort, das Gebet, die Sakramente und vieles andere geschenkt.

Die Gottesliebe steht an erster Stelle und ihr entspringt die authentische Nächstenliebe. Alles andere hat sich dem unterzuordnen. Nicht die Weltverbesserung kann im Vordergrund der kirchlichen Sendung stehen, sondern immer die Gottesliebe, die sich in unserem Herrn Jesus Christus offenbart hat, und das Heil der Seelen!

“Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und ich in ihnen bin.” (Joh 17,26)

Wer im Stand der Gnade lebt und sich auf diese »vier Säulen« stützt:

  • die unmißverständliche Lehre der Kirche,
  • die eindeutige Moral,
  • die wahre Mission.
  • das eifrige Streben nach Heiligkeit,

sie sorgfältig achtet und sich nicht verwirren läßt, besitzt bereits eine stabile Grundausrüstung, um den antichristlichen Kräften zu widerstehen und sich nicht blenden zu lassen.

Link zur Meditation über die Lesung von heute: https://elijamission.net/2022/04/02/

Link zur Meditation des Tagesevangeliums: https://elijamission.net/2021/03/20/

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