“Man muß vieles, das unser Ohr trifft, nicht hören, als wäre man taub, und dafür Sinn und Verstand auf das richten, was dem Herzen den Frieden bringt.” (Thomas von Kempen)
Dies ist ein guter Rat – auch um unsere Neugierde zu zügeln. Und in der Tat: Warum müssen wir so viel wissen? Viele Dinge sind doch unnötig und zerstreuen uns nur, und manche sind sogar schädlich. Sie belasten nicht selten unser Denken und Empfinden.
In einer Zeit der »Dauerberieselung« durch Informationen ist es noch wichtiger, diesen Rat zu beherzigen, den Thomas von Kempen uns gibt. Es gilt, eine gewisse Askese einzuüben, denn wir sind es fast schon gewohnt, uns in der Informationsfülle zu bewegen. Dadurch nehmen wir gar nicht mehr richtig wahr, wie sehr der Tag davon bestimmt ist.
Der geistliche Lehrer gibt daher einen guten Ratschlag: Wir sollten uns auf das ausrichten, was dem Herzen Frieden bringt. Das müßten wir innerlich wahrnehmen – wenn wir uns die Zeit dafür nehmen und in uns hineinhören – und unterscheiden können von den negativen Auswirkungen vieler Informationen oder von einem gewissen Kitzel “spannender Nachrichten”.
Das Gespräch mit unserem Vater hingegen bringt uns Frieden, ebenso wenn wir an seine Güte und Liebe denken. Auch alles, was mit der Wahrheit zusammenhängt, ist Nahrung für unsere Seele, sowie das einfache Verweilen vor dem Herrn, die Lektüre der Heiligen Schrift und vieles mehr, was uns eine gesunde und nötige Distanz zum Treiben der Welt schenkt.
Besonders wichtig ist, daß wir nicht unsere Ohren vielen Spekulationen öffnen – auch in uns selbst – oder gar dem schlechten Reden über andere Menschen.
Das alles sei ferne!
Wir können wählen, wem oder was wir unser Ohr leihen. Das obige Wort mag uns helfen, bewußt zu wählen!
