Der Brief an die Römer (Röm 1,1-7.13-17): »Der Gehorsam des Glaubens«

Nach der Auslegung des Johannesevangeliums und der Apostelgeschichte sowie den Betrachtungen zu Pfingsten möchte ich meinen Blick auf den Brief des heiligen Paulus an die Römer richten. Er ist der umfangreichste seiner Briefe und wird auch als »das Testament des heiligen Paulus« bezeichnet. Ich werde nicht den gesamten Text nehmen, sondern primär einige wichtige Passagen auswählen und kommentieren. In diesem Zusammenhang rate ich, den gesamten Römerbrief in der eigenen Bibel zu lesen und somit auch die empfohlene tägliche Schriftlesung zu praktizieren.

Wie zuvor geben wir am Ende wieder einen Link zu einer Auslegung der Tageslesung oder des Evangeliums aus den Vorjahren an.

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Die Gaben des Heiligen Geistes: “Die Gabe der Weisheit”          

 

Während die Gabe des Verstandes in die Geheimnisse Gottes eindringt, schenkt uns die Gabe der Weisheit ein “köstliches Erkennen” Gottes! “Kostet und seht, wie gut der Herr ist!”, ruft der Psalmist aus (Ps 34,9). Zuerst lädt er uns ein zu kosten, und dann erst zu sehen!

Die Gabe der Weisheit schenkt uns eine Erfahrung des Herzens durch eine innere Schau in die Liebe Gottes. Deshalb sprechen wir von einem “geistlichen Kosten der Liebe Gottes.”

Zwischen Gott und uns besteht eine Art innerer Verwandtschaft; mit dem Herzen gelangen wir zu einem intuitiven Erfassen Gottes, denn es heißt in der Schrift:

“Wer sich an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm!” (1 Kor 6,17)

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Die Gaben des Heiligen Geistes: “Die Gabe des Verstandes”            

“Der Geist ergründet nämlich alles, auch die Tiefen Gottes.” (1 Kor 2,10b)

Während wir mithilfe der göttlichen Gabe der Wissenschaft den Verlockungen der Geschöpfe entrinnen können, indem wir durch einen inneren Blick die Nichtigkeit der Schöpfung in sich selbst (aus dem Nichts geschaffen) zu erkennen vermögen und verstehen, daß alles Leben und alle Schönheit von Gott kommen, hilft uns die Gabe des Verstandes, in das Geheimnis Gottes mit dem Licht des Heiligen Geistes selbst tiefer einzudringen.

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Die Gaben des Heiligen Geistes: “Die Gabe der Wissenschaft”              

 

“Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?” (Mt 16,26)

Durch die ersten vier Gaben (der Furcht, der Frömmigkeit, der Stärke und des Rates) lenkt der Heilige Geist vor allem unser sittliches Leben. Mit den Gaben der Wissenschaft, des Verstandes und der Weisheit lenkt er unmittelbarer unser göttliches, also auf Gott bezogenes Leben.

Die ersten vier Gaben vollenden vornehmlich die sittlichen Tugenden, die letzten drei die göttlichen; sie sind sozusagen die Gaben des beschaulichen Lebens, nämlich des Lebens des Gebetes und der Vereinigung mit Gott.

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Die Gaben des Heiligen Geistes: »Die Gabe des Rates«

“Rede, Herr, Dein Diener hört!” (1 Sam 3,9)

Der Heilige Geist erinnert uns an alles, was Jesus gesagt und getan hat (Joh 14,26). Er wohnt in uns und berät uns, wie wir das auf die konkreten Fälle des Lebens anwenden können. Durch die Gabe des Rates werden wir fähig, die lautlose Stimme des Heiligen Geistes in unserem Inneren wahrzunehmen und sie von anderen Stimmen zu unterscheiden. Allerdings braucht es dazu die Fähigkeit eines inneren Schweigens und die Bereitschaft, dem Wirrwarr verschiedener Meinungen und Sichtweisen zu entrinnen, sowohl außerhalb als auch innerhalb von uns.

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Die Gaben des Heiligen Geistes: »Die Gabe der Stärke«            

“Wenn ein Starker, wohl bewaffnet, sein Haus bewacht, ist sein Besitz sicher.” (Lk 11,21)

Die Gabe der Stärke will die Seele kräftigen, damit sie immer tapferer im Dienst des Herrn wird. Sie gibt uns die Kraft, den Einsprechungen und Einladungen des Heiligen Geistes zu folgen und alles anzunehmen und zu wollen, was Gott möchte.

Besonders bei hohen Anforderungen eines schon fortgeschrittenen geistlichen Lebens kommt die Tugend des Starkmutes an ihre Grenzen. Wir wollen uns Gott schon hingeben, aber wir fürchten uns davor, ganz loszulassen, Gott alles zu geben. Wir erkennen zwar, was Gott von uns will und wollen es auch, sind aber zu schwach, es zu verwirklichen. Gott greift mit dem Geist der Stärke unmittelbar ein und hilft uns, die entscheidenden Schritte zu tun. Die gekräftigte Seele ist dann bereit, den Willen des Vaters zu tun – auch unter großen Opfern.

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Die Gaben des Heiligen Geistes: »Die Gabe der Frömmigkeit«

 

Der Geist selber bezeugt unserem Geist, daß wir Kinder Gottes sind.” (Röm 8,16)

Die Gabe der Gottesfurcht führt uns dazu, Gott mit einer kindlichen Liebe anzuhangen und ihn auf keinen Fall beleidigen zu wollen.

Die Gabe der Frömmigkeit berührt und belebt unser geistliches Leben auf eine neue, sehr milde und sanfte Art. Unter ihrem Einfluß soll sich in der Beziehung zu Gott und zum Nächsten noch eine andere Qualität der Liebe entfalten. Die Frömmigkeit möchte das Herz Gottes, den sie als ihren geliebten Vater erkennt, erobern.

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