“Wen ich liebe, den weise ich zurecht und nehme ihn in Zucht.” (Apk 3,19)
Das Wort lehrt uns, daß unser Vater mit allem, was er tut oder zuläßt, immer das hohe Ziel vor Augen hat, wohin er uns führen möchte: in die Ewigkeit, die wir mit ihm und bei ihm in unendlichem Glück verbringen sollen. Das weist weit über unsere irdischen Ziele hinaus und wir sollten das verstehen lernen. Unsere Sicht ist meist von einer kurzen Glückserfüllung eingenommen, und danach streben wir – bewußt oder unbewußt. Deshalb mag ein solches Wort für uns gar bedrohlich klingen. Das haben wir jedoch unserem Unverstand und unseren Gefühlen zu verdanken, die allzuoft noch zu stark an die irdische Dimension des Lebens gebunden sind.
Anders ist das bei unserem Vater.
Bei aller Zärtlichkeit, mit der er uns anschaut, uns auch verwöhnt und uns oft sogar mit kleinsten und unwichtigsten Dingen eine Freude bereiten will, sollen wir doch im Glauben heranwachsen. Deshalb »zieht« er uns dorthin, wo wir Fortschritte im Glauben und in den Tugenden machen sollen. So weist der Vater uns auf »das Rechte« hin, das wir zu erfüllen haben und läßt uns auch verstehen, wenn wir es verfehlen und uns korrigieren müssen. Ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüberzutreten und ihn zu schauen, wie er ist, können wir nur, wenn wir gereinigt sind, wenn unsere Liebesfähigkeit ganz erwacht und zuerst auf Gott ausgerichtet ist. Wir müssen im Blut des Lammes ganz von der Sünde reingewaschen werden und jede Anhänglichkeit an die Sünde muß überwunden werden, bis sie uns widerwärtig wird.
Alles, was unser Vater für uns möchte, steht in seinem Dienst an uns, damit wird das Hochzeitskleid anziehen können, das uns der Sohn Gottes erworben hat. Deshalb ist ein solcher Satz, wie wir ihn heute als Leitfaden genommen haben, dienlich, um ihm für seine uns formende Vaterliebe zu danken!
