“Welchen Nutzen und welche göttliche Wonne die Einsamkeit und das Schweigen der Einöde denen bereiten, die sie lieben, das wissen allein die, welche es erfahren haben.” (Heiliger Bruno, der Karthäuser)
Wenn dieses Wort gewiß zunächst jenen gilt, die dem Ruf in die Einsamkeit folgen, um dort dem Herrn zu dienen und in seiner Nähe zu verweilen, so ist es doch auch ein Wort, welches in anderen Lebensumständen adaptiert werden kann.
Wie sehr kann auch eine Kirche, in der das Allerheiligste gegenwärtig ist und in der sich jeder so bewegt, wie es der Heiligkeit des Ortes entspricht, die Seele in ihrem Inneren berühren und zu Gott hinziehen! Oder denken wir an die heilige »Kanonstille« bei der tridentinischen Messe oder das stille Verweilen vor dem Tabernakel.
Es ist immer dieselbe Einladung, sich von der lauten Außenwelt zurückzuziehen, um der Seele eine tiefere Berührung mit Gott zu ermöglichen. Gott wird es uns danken, indem er der Seele “göttliche Wonne” schenkt, wie es der heilige Bruno beschreibt.
Wenn wir dies pflegen, dann wird uns der Geist des Herrn erziehen, die Stille immer wieder auf die eine oder andere Art zu suchen. Die Seele selbst wird danach verlangen.
Auch für das apostolische Leben ist die Suche nach Einsamkeit wichtig, um den aufgetragenen Dienst neu gestärkt zu verrichten. Die Kirche weiß um den Wert dieser Einsamkeit, in die sich Einsiedler und insbesondere kontemplative Ordensleute zurückziehen. Durch die innige Vereinigung mit unserem himmlischen Vater öffnen sie die Tore weit für die Gnade Gottes, die durch ihren Dienst dann auch zu den Menschen gelangen soll, um sie zum wahren Glauben zu führen.
