“Lassen wir uns in das Meer seiner Güte stürzen, wo jede Schwäche getilgt und jede Angst in Liebe verwandelt wird.” (Paul vom Kreuz)
Ein sehr ähnliches Wort finden wir im Vaterbüchlein von Madre Eugenia, wenn wir eingeladen werden, uns in das Meer der göttlichen Barmherzigkeit zu stürzen. Dort sollen wir gereinigt und gestärkt werden, um unseren Weg weiterzugehen.
Es gilt, sich in die unendliche Liebe Gottes zu vertiefen, sich nicht bei den Schwächen und Ängsten aufzuhalten, sondern sie Gott völlig anzuvertrauen.
Geschieht dies nicht, dann besteht durchaus die Gefahr, daß wir mit unseren Schwächen und Ängsten sozusagen allein bleiben und sie nicht richtig bewältigen. Das wird uns auf Dauer noch mehr schwächen und unsere Seele verzagt machen, vielleicht sogar immer mutloser.
Das Wagnis der Liebe hingegen, sich gerade dann, wenn man sich unfähig und schwach sieht, Gott ganz anzuvertrauen, hinterläßt in der Seele nicht nur eine zärtliche Berührung durch Gott, die Trost spendet, sondern auch große Dankbarkeit für die immer neu geschenkte Liebe Gottes. Wenn sich dies als Grundhaltung in die Seele einprägt, dann wird unser Weg mit unserem Vater selbstverständlicher und unsere Aufmerksamkeit richtet sich mehr auf den Herrn als auf uns selbst.
Es ist eine heilsame Lehre, so zu leben. Sie ist auch zutiefst realistisch, weil sie uns zeigt, wie gut unser Vater uns kennt und welches Heilmittel er für uns vorgesehen hat. So wächst das Vertrauen, und dieses gehört zum Tiefsten in einer wahren Beziehung zu unserem himmlischen Vater. Das Vertrauen wird uns immer wieder aus allen Nöten herausziehen.
Der Heilige Paul vom Kreuz hat uns dieses schöne Wort geschenkt, damit wir Weisung erhalten, daß die Liebe Gottes stärker ist als alles!
