“Wie es in den Tagen des Noach war, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein. Wie die Menschen in jenen Tagen vor der Flut aßen und tranken, heirateten und sich heiraten ließen, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein. Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen, die an derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen. Seid also wachsam! Denn ihr wißt nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Bedenkt dies: Wenn der Herr des Hauses wüßte, in welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, daß man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.” (Mt 24,37-44)
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FALSCHE EINHEIT ZERBRICHT
“Jede falsche Einheit, die nicht in mir gegründet ist, kann nicht bestehenbleiben und wird zerbrechen.” (Inneres Wort)
Wahre Einheit kann nur von Gott kommen und in ihm gegründet sein. Nie ist man mit Menschen tiefer verbunden, als wenn man denselben Glauben hat, ihn lebt und dadurch in Gott verbunden ist. Dann besteht eine von Gott gegebene Einheit, die dem entspricht, was Jesus in den Abschiedsreden sagt: “Alle sollen eins sein, wie Du, Vater, in mir bist und ich in Dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, daß Du mich gesandt hast. […] Sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und Du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit” (Joh 17,21.22b–23a).
DER WEG DURCH DEN ADVENT – TAG 15: »Komm, Herr Jesus, Maranatha!«
Nachdem wir in der ersten Adventswoche das geschichtliche Kommen Jesu betrachtet haben und dabei bis nach Bethlehem gekommen sind, wo wir zunächst innehielten, war die zweite Woche dem Kommen des Herrn in unsere Herzen gewidmet. Es ging darum, die Beziehung zu Jesus in unserem Inneren zu vertiefen.
In der dritten Woche richtet sich nun unser Blick auf die Wiederkunft des Herrn, die in unserer katholischen Kirche heute recht unterbelichtet ist. Wer spricht davon? Wer predigt darüber? Wer wagt es, sich den eschatologischen Aussagen zuzuwenden? Dies ist eher den protestantischen Kreisen überlassen, in denen das Bewußtsein der Wiederkunft Jesu oft gegenwärtiger ist. Da ihnen jedoch die lebendige Tradition der Überlieferung fehlt, können ihre Überlegungen leicht zu kurz geraten und zu Irritationen führen.
GELASSENHEIT BEI SCHWIERIGKEITEN
“Würden wir uns in allen Widerwärtigkeiten gelassen dem Willen Gottes anvertrauen, dann wären wir auf dem Weg zur Heiligkeit und wären die glücklichsten Menschen auf Erden.” (Heiliger Alfons Maria von Liguori)
Dies ist einer der Sätze, die für uns zu einer großen Herausforderung werden können, wenn wir sie an uns herankommen lassen. Wir alle sind ja von unserem Vater auf den Weg der Heiligkeit gerufen und wir alle wollen glücklich sein. Keiner kann sich den Himmel ohne Glückseligkeit vorstellen.
KAMPF FÜR DEN GLAUBEN
“Kämpft für den Glauben, der den Heiligen ein für alle Mal überliefert ist.” (Jud 1,3)
Das hohe Gut des Glaubens erfordert unseren ganzen Einsatz. Dieser beschränkt sich nicht auf die innere Dimension, wenn wir Anfechtungen erleiden, unseren Schwächen erliegen und immer wieder auf die Tiefen unseres Herzens stoßen, die noch nicht vom Geist Gottes durchdrungen sind.
DER WEG DURCH DEN ADVENT – TAG 14: »Die Geburt des Herrn in uns« »Ein tiefes Glaubensleben mitten in der Welt«
Bevor wir die zweite Adventswoche beenden, möchte ich an die wesentlichen Themen der letzten Tage erinnern, die dazu dienen sollten, unser geistliches Leben zu vertiefen. Es sind folgende:
- Die Meditation des Wortes Gottes
- Das betrachtende Gebet des Rosenkranzes
- Das Herzensgebet
- Die Teilnahme an einer würdigen Feier der Heiligen Messe mit Empfang der heiligen Kommunion.
- Die Annäherung an den Bereich der Kontemplation mit entsprechender Vorbereitung (Suche nach Stille, Überwindung ungeordneter Anhänglichkeiten an diese Welt und an Personen …).
DER WEG DURCH DEN ADVENT- TAG 13: »Die Geburt des Herrn in uns« »Das innere Leben«
Die Betrachtungen dieser Woche lenken uns Schritt für Schritt auf das Thema der Kontemplation.
In unserer heiligen Kirche gibt es eine reiche Tradition, in der die tiefe Begegnung zwischen Gott und der Seele beschrieben wird und die dazu einlädt, sich auf einen solchen Weg zu begeben. Wir kennen religiöse Gemeinschaften, die sich ganz dem beschaulichen Gebet widmen und auf diese Weise die Sorgen und Anliegen von Kirche und Welt zu Gott tragen. Sie leben völlig von der Welt zurückgezogen und lassen die Flamme der Gottesliebe in ihren Herzen brennen.



