ZUR FREUDE GOTTES LEBEN (II)

“Der Herr hat keine Freude an der Kraft des Pferdes, kein Gefallen am schnellen Lauf des Mannes. Gefallen hat der Herr an denen, die ihn fürchten und ehren, die voll Vertrauen warten auf seine Huld.” (Ps 147,10-11)

Es sind nicht die natürlichen Fähigkeiten des Menschen, die in der Welt oft so bewundert, manchmal sogar idealisiert werden, die unserem Vater Freude bereiten. Sie sind einfach nur Werkzeuge, die ihren wahren Wert nur dadurch gewinnen, wozu sie verwendet werden. Was nützt in den Augen des Herrn eine hohe Intelligenz, wenn sie nicht für das Gute eingesetzt wird?

Es ist für den Menschen immer wieder eine Versuchung, seinen Wert aus den Dingen bestimmen zu wollen, die nur eine Zugabe zu seinem Leben sind und nicht das Wesentliche ausmachen. Diese Versuchung kann sogar bis in den kirchlichen Bereich eindringen. Nicht selten werden weltliche Maßstäbe übernommen, statt die Maßstäbe Gottes anzulegen. Diese kennen wir sehr gut aus der Heiligen Schrift. Das heutige Psalmwort ist ein gutes Beispiel dafür.

Unser Vater hat Freude an einem einfachen und schlichten Herzen, das ihn sucht, das auf ihn vertraut und ihm dienen möchte. Dazu braucht es keine großen äußeren Gaben.

Wenn wir viele Güter und natürliche Gaben besitzen, muß dies nicht die Einfachheit des Herzens beeinträchtigen. Schauen wir sie uns realistisch im Herrn an, kommen sie ja alle ursprünglich von Gott – auch wenn wir an ihrer Entfaltung mitgearbeitet haben, wozu uns wiederum Gott die Fähigkeit gegeben hat. Es wird uns zur Aufgabe, diese Gaben in den Dienst für Gott und die Menschen zu stellen.

Der Kern unseres Wesens ist die innere Ausrichtung auf die Liebe unseres Vaters. Von ihr leben wir. Dies Tag für Tag dankend wahrzunehmen und unseren Vater zu ehren, bereitet Gott Freude!