UNSER VATER ALS VERTRAUTER

121. Kleine Vaterbetrachtung

“Wenn Ihr die Kraft dieser Quelle, von der ich euch erzähle, erlangen wollt, müßt ihr zuerst lernen, mich besser zu kennen und mich so zu lieben, wie ich es mir wünsche, das heißt nicht nur als Vater, sondern auch als euren Freund und Vertrauten.” (Botschaft von Gottvater an Madre Eugenia)

“Herr, du hast mich erforscht und kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt es. Von fern erkennst Du meine Gedanken. Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt. Du bist vertraut mit all meinen Wegen. Ja, noch ist das Wort nicht auf meiner Zunge; du, Herr, kennst es bereits.“ (Ps 139,1-4)

Darum geht es in der Betrachtung von gestern und heute: Gott als unseren Vater, Freund und Vertrauten kennenzulernen, um zu seinem Innersten Zugang zu bekommen und daraus zu schöpfen.

Wenn wir Gott als unseren Vertrauten lieben, dann verwandelt sich alles, was in uns dem Herrn gegenüber noch fremd sein könnte. Es gibt dann keinen Bereich mehr in unserem Herzen, der vor ihm verschlossen bleibt. Nicht nur, wie es uns der Psalm so liebevoll vermittelt, daß Gott uns kennt und mit unseren Wegen vertraut ist, sondern von unserer Seite aus bleibt nichts mehr gegenüber der Liebe des Herrn verschlossen. Die Liebe unseres Vertrauten ist uns »heiliger Besitz« geworden, wir können über sie verfügen.

Es geschieht nun, wie es in der Botschaft beschrieben wird: Aus dem geöffneten Inneren des Vaters fließt das Wasser des Heils für seine Kinder. “Ich gestatte ihnen, frei daraus zu schöpfen, all das was sie für Zeit und Ewigkeit brauchen.“ (Botschaft von Gottvater an Madre Eugenia)

Wenn wir an einen »Vertrauten Gottes« denken, wird uns sicher der Jünger Johannes einfallen, wie er an der Brust Jesu liegt und sogar zu fragen wagt, wer es denn sei, der Jesus verraten wird (Joh 13,23-25). Hier ist ein Herz von Gottes Liebe so durchdrungen, daß keinerlei Angst mehr besteht. Das Vertrauen ist so groß, daß es nichts mehr fürchtet und von Gott nicht nur grundsätzlich das Gute erwartet, sondern sich dessen gewiß ist!

In eine solch innige Verbindung lädt Gott uns ein. Wir sollen ihn als Vertrauten kennenlernen und diese Sicherheit der Liebe finden. Gott selbst vertraut sich uns an und möchte diese Weise des Umgangs mit uns pflegen. Alles Fremde weicht und das, was unbekannt ist, erschreckt uns nicht mehr. Wir bauen keinerlei Sicherheit mehr auf materielle Güter, auf unser Wissen, auf unser Können – sondern wissen uns bei unserem Vertrauten sicher.

Gott ist uns zum vertrauten väterlichen Freund geworden.