Lieber Vater, als ich heute die Betrachtung über die Geschichte von Elija und der Witwe aus Sarepta niederschrieb – der Du in Deiner Güte ob ihres Hörens auf den Propheten ihre Not gewendet hast –, behielt ich so stark in Erinnerung, daß Du in allem, was wir tun, immer der Erste sein solltest. In den Zeiten des Alten Bundes brachte man Dir die Erstlingsgaben dar, und heute sollte es nicht anders sein! Im Gegenteil: Mit dem Licht des Neuen Testamentes und dem Kommen Deines Sohnes können wir Dich und Deine Liebe noch besser erkennen. Das erste Wort sei Dir am Morgen geweiht, das letzte am Abend. Immer sind wir gerufen, den Blick zu Dir zu erheben, wie es Dein geliebter Sohn getan hat, der Dich in allem verherrlicht hat.
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NICHT DIE HOFFNUNG VERLIEREN
Eigentlich, lieber Vater, könnte unser Leben so einfach sein, sogar nach dem so schmerzlich verlorenen Paradies, weil Du alles daransetzt, daß wir in der Würde leben, die Du uns geschenkt hast. Eigentlich ist es von einer wunderbaren Einfachheit zu leben: Wir erkennen Dich als den liebenden Vater, hören auf Deine Weisungen und tun mit Deiner Hilfe das, was Du sagst. Wahrer Friede und wahres Glück ziehen in uns ein, auch wenn wir auf dem Weg zu Dir in die Ewigkeit manchen Strauß auf der Erde auszufechten haben. Und selbst wenn Du uns rufst, auch für andere Menschen, die Du als Deine Kinder zu Dir heimführen möchtest und die ferne von Dir leben, am Leid Deines Sohnes teilzuhaben, wie Paulus es uns erklärt – das wahre Glück, das Du bist, bleibt immer da!
DIE REINHEIT VERBREITET LICHT
Lieber Vater, heute mahnst Du uns durch Deinen Apostel in der Lesung, alle Unreinheit zu meiden. Es ist in der Tat furchtbar, wie die Unreinheit das Leben verdunkelt und wir dann auch das helle Licht der Reinheit der Engel und der heiligen Jungfrauen, die ihr Leben um der Reinheit willen gaben, wohl gar nicht mehr so richtig erkennen können. Und der strahlende Glanz der reinen Jungfrau! All das würde sich verdunkeln, wenn die geistige Unreinheit des Irrtums weiter in unsere Kirche einziehen würde, vielleicht sogar begleitet noch von anderen Formen der Unreinheit! Weiterlesen
EIN DANKBARES HERZ
Geliebter Vater, wie kann unser Herz ein Garten der Dankbarkeit werden, aus dem zu allen Menschen hin die Freude an Dir strömen kann? Welch ein Licht könnte dies werden, wo so viele Menschen heute oft die wahren Freuden nicht kennen und ihr Glück in den vergänglichen Dingen des Lebens suchen! Dies wäre auch eine starke Waffe gegen jene Kräfte, die unser Leben verdunkeln wollen. Wir würden ihnen sozusagen die Waffen aus der Hand nehmen, mit denen sie die Menschen so gerne plagen. Gegen ein dankbares Herz, in dem die Freude an Dir wohnt, werden sie schwer ankommen.
HEILSAME MAHNUNGEN
Lieber Vater, Du führst uns auf vielfältige Weise auf unserem Weg der Nachfolge Jesu. Heilsame Mahnungen gehören zu den wertvollen Geschenken, die Du uns machst. Sie können einen ernsten Unterton haben, der ihre Bedeutung unterstreicht und uns aufwecken soll. Immer aber entspringen sie Deinem liebenden Herzen, das Milde in sie hineinlegt. Sie unterscheiden sich von aufrüttelnden oder erschreckenden Warnungen und dienen eher als Erinnerungen. Erinnerungen an das, was wir vielleicht aus den Augen verlieren könnten.
IN DER VERANTWORTUNG VOR DEM HERRN
“Wer nach meinen Geboten wandelt und meine Rechte beobachtet, indem er nach der Wahrheit handelt, der ist gerecht, der soll leben.” (Ez 18,9)
Lieber Vater, wir sprechen gerne von Deiner Liebe und Güte, von Deiner Geduld und Barmherzigkeit. So ist es ja auch, und wir leben davon. Wer könnte wahrhaft leben und seinen Weg bis zum Ende gehen, wenn Du ihn nicht tragen und bei seinen vielfältigen Schwächen und Stürzen immer wieder aufrichten würdest?
WEISER ALS SALOMO
“Die Königin des Südens […] kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.” (Mt 12,42)
