“O wie süß ist es zu sterben, wenn man voll treuer Andacht zum Herzen desjenigen war, der uns richten soll.” (Heilige Maria Alacoque)
Das ist gut zu verstehen, liebe Maria Alacoque. Denn dann ist das Herz ja bereits zur wahren Liebe erwacht. Was kann es Schöneres geben, als mit demjenigen vereint zu werden, den unser Herz liebt? Die Andacht zum Herzen des Erlösers war der Wegbereiter dafür, daß sich die Liebe Jesu in unser Herz einsenken konnte und es sich in Liebe entzündet hat. Dann verliert der Tod immer mehr seinen Schrecken und wir betrachten ihn nicht mehr nur als “den letzten Feind” (1 Kor 15,26), vor dem wir uns zu fürchten haben. Stattdessen wächst die Sehnsucht nach dem Tod – nicht deshalb, weil wir des Lebens überdrüssig wären, sondern weil wir so sehr nach unserem Herrn Ausschau halten, daß wir jenen Tag herbeisehnen, der uns der Ewigkeit näherbringt.
Bei der Verehrung des Herzens unseres Erlösers denken wir daran, daß der himmlische Vater durch dieses Herz seine Liebe offenbart hat. In der Botschaft an Madre Eugenia beschreibt unser Vater, wie sein Sohn der Speicher für die Quelle der Liebe ist, die aus seinem Herzen fließt. Da die Liebe eine Kraft der Vereinigung ist, zieht sie unsere Seele an sich. Sie weiß, daß sie bei unserem Vater zu Hause ist. Je mehr sie sich von all dem, was vergänglich ist, innerlich gelöst hat, desto mehr verlangt sie nach der Liebe, die niemals vergeht.
Die in der Liebe erwachte Seele vertraut auf ihren himmlischen Vater und auf ihn, dem das Gericht übergeben ist. Sie weiß sich mit unendlicher Liebe geliebt. Somit wird sie nicht nur die Angst vor dem Tod verlieren, sondern jeden Tag auf ihn zugehen. Sie wird dankbar sein für jeden Tag, den sie in der Gnade zurückgelegt hat, denn sie weiß sehr gut, daß wir Menschen hier auf Erden keine bleibende Stätte haben.
