GOTT BEWAHRT UNS VOR DER SCHLINGE  

“Der Herr wird deine Zuversicht sein, er bewahrt deinen Fuß vor der Schlinge.” (Spr 3,26)

Ohne Zweifel gibt es auf unserem Weg der Nachfolge Christi auch gefährliche Schlingen. Und es sind gar nicht wenige, die der Herr zuläßt, um uns zu erproben. Die immer wiederkehrende Mahnung zur Wachsamkeit wird nicht ohne Grund ausgesprochen, denn es gibt vielfältige Versuche, uns vom geraden Weg abzubringen.

Wachsamkeit ist jedoch nicht mit Mißtrauen zu verwechseln. Die Wachsamkeit weiß um das Böse und lehrt, mit ihm umzugehen, während Mißtrauen überall das Böse sieht und sich ständig bedroht fühlt. Die Wachsamkeit verträgt sich auch nicht mit einer gewissen Naivität, welche die umgebende Situation nicht richtig einschätzen kann und sich mehr gefühlsmäßig sicher fühlt, weil sie bedrohliche Gefahren gar nicht realisiert.

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UNSEREN PLATZ EINNEHMEN

“Die Menschen sollen in meiner Nähe sein und an meiner Weisheit teilhaben.” (Inneres Wort)

Das ist es, was unser gütiger Vater für uns vorgesehen hat: ein Leben in Vertrautheit, selbstverständlicher Liebe und Geborgenheit. Gleichzeitig ist es auch der Ruf, im Reich Gottes den Platz einzunehmen, den unser Vater für uns vorgesehen hat.

Unter den Umständen dieser von Gott getrennten Welt, unter der Bedrängnis Satans, der den Menschen diese Nähe zu Gott und die damit verbundene Weisheit mißgönnt und sie bekämpft, bedeutet dies auch Kampf. Gott läßt uns diesen Kampf, und wir können ihm auf diesem Weg unsere Liebe und Treue erweisen und so seine Liebe beantworten. In der Vereinigung mit seinem Sohn ist der Sieg gewiß. Doch ist dieser Kampf nur für die Zeit vorgesehen, die wir noch auf der Erde verbringen.

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DAS WAHRE LEITPRINZIP

“Mit ganzem Herzen vertrau auf den Herrn, bau nicht auf eigene Klugheit, such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade” (Spr 3,5–6)

Noch einmal mahnt uns dieses Zitat aus dem Buch der Sprichwörter, uns nicht in erster Linie auf unsere eigenen Fähigkeiten zu verlassen. Das betrifft auch die Klugheit – jene große natürliche Gabe, die der Herr uns schenkt. Und doch sollte sie nicht etwa zum Leitprinzip unseres Lebens werden. Das wäre in der Tat töricht, denn sie ist eine begrenzte geschöpfliche Gabe, die das übernatürliche Licht Gottes benötigt, um die Dinge in ihrer Tiefe zu erkennen.

Deshalb ergeht vom Herrn die Einladung, mit ganzem Herzen auf ihn zu vertrauen. Er ist der wahre Fels, der nicht wankt, und auf den unser Leben aufgebaut wird. Beherzigen wir dies, dann werden unsere natürlichen Fähigkeiten von Gott in den Dienst genommen und nehmen den ihnen gebührenden Platz ein. So entsteht die rechte Ordnung.

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HALTE DICH NICHT SELBST FÜR WEISE

“Halte dich nicht selbst für weise, fürchte den Herrn und fliehe das Böse!” (Spr 3,7)

Wie töricht ist es, sich auf seine Gaben etwas einzubilden und sich so über andere Menschen zu erheben! Was haben wir nicht von unserem Vater empfangen? Selbst wenn wir durch Fleiß und Studium mit unseren Kräften mitgewirkt haben, ist uns doch alles von Gott gegeben.

Das ist eine einfache Erkenntnis, und doch ist sie entscheidend für die Grundhaltung unseres Lebens. Wenn wir alles Gott verdanken und dies entsprechend zum Ausdruck bringen, dann zieht göttliche Weisheit in unsere Seele ein. Die Ehre und das Lob Gottes stehen für uns an erster Stelle. Wir werden uns daher hüten, uns selbst in den Vordergrund zu stellen und uns in Eitelkeit selbst zu betrachten.

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WEISHEIT GEWINNEN

“Wer auf mich hört, wohnt in Sicherheit, ihn stört kein Schrecken.” (Spr 1,33)

Unser Vater macht es dem Menschen einfach, Weisheit zu gewinnen und in der Sicherheit zu leben, nach der er sich sehnt. So war es schon immer – auch zu Zeiten des noch unbeschwerten Lebens im Paradies. Solange der Mensch vor dem Sündenfall auf Gott hörte, lebte er in vollkommener Einheit mit seinem liebenden himmlischen Vater. Dann aber kam das Unheil. Es kam durch den Ungehorsam und durch das Hören auf verlockende teuflische Stimmen.

Seitdem leben wir Menschen nicht mehr im Paradies und haben unter den Folgen des Verlusts des Paradieses zu leiden. Doch unser Vater hat uns dem Unheil nicht überlassen. Er kam selbst in seinem Sohn zu uns, um uns von den Ketten der Schuld zu lösen.

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DENKE, DASS GOTT IMMER BEI DIR IST

“Denke nicht so viel darüber nach, wer für oder gegen dich ist, verwende lieber all deine Sorge darauf, daß Gott bei allem mit dir ist!” (Thomas a Kempis)

Immer wieder hören wir von den geistlichen Lehrern, daß wir uns nicht zu sehr mit anderen Menschen beschäftigen sollen. Das gilt insbesondere für das Nachdenken über andere Menschen und ihre Beziehung zu uns. Wir geraten sonst sehr leicht in Vermutungen aller Art und sind auch nicht davor gefeit, Spekulationen oder gar Gerüchten unser Ohr zu leihen. Auf diese Weise dringen sie in uns ein.

Thomas a Kempis drückt es in einem anderen Wort ähnlich aus:

“Wir würden viel Frieden haben, wenn wir uns nicht so viel mit dem, was andere reden und tun, beschäftigen würden, was uns doch gar nichts angeht.”

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GEBETE DER SEHNSUCHT

“Herr, mein Gott, Dir soll mein Herz gehören, Dir allein. Du bist mein Friede und mein Leben, Du mein Heil. Nur Dich will ich noch suchen, von Dir allein ergriffen und Dir unwiderruflich zu eigen sein.” (Heiliger Petrus Claver)

Dies ist das Hingabegebet des großen Heiligen, der in unerschütterlicher Treue sowohl den Seelen als auch den unvorstellbaren leiblichen Leiden afrikanischer Sklaven gedient hat.[1] Erfüllt von tiefer Frömmigkeit, konnte er seinen heroischen Dienst bis zum Ende seines fruchtbaren Lebens ausführen.

Durch dieses Gebet können wir ein wenig verstehen, wie sehr sein Herz auf unseren Vater ausgerichtet war. Wenn unser Herz Gott gehört, dann verlangen wir nichts anderes mehr, als den Willen Gottes zu tun – und ihn ganz zu tun. Unser Vater hat das Herz des Heiligen Petrus Claver an sich gezogen und ihn ganz mit sich erfüllt, so wie er es erbeten hat. Er gab Gott sozusagen freie und liebende Verfügung über sein Leben, denn Er war sein Friede und sein Heil. Ihn hat er gesucht und sich von Ihm ergreifen lassen.

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