10 Tag: »Wertvolle Mahnungen«      

In der heutigen Lesung aus dem Propheten Ezechiel befindet sich der Herr im Rechtsstreit mit seinem Volk, das ihm vorwirft, ungerecht zu sein. Um was geht es? Der Herr erklärt:

“Wenn der Schuldige sich von allen Sünden, die er getan hat, abwendet, auf alle meine Gesetze achtet und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, dann wird er bestimmt am Leben bleiben und nicht sterben. Keines der Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, wird ihm angerechnet. Wegen seiner Gerechtigkeit wird er am Leben bleiben. Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen – Spruch Gottes, des Herrn – und nicht vielmehr daran, daß er seine bösen Wege verläßt und so am Leben bleibt? Wenn jedoch ein Gerechter sein rechtschaffenes Leben aufgibt, wenn er Unrecht tut und all die Gräueltaten begeht, die auch der Böse verübt, sollte er dann etwa am Leben bleiben? Keine seiner gerechten Taten wird ihm angerechnet. Wegen seiner Treulosigkeit und wegen der Sünde, die er begangen hat, ihretwegen muß er sterben” (Ez 18,21–24).

Offensichtlich waren die Juden mit diesen Aussagen nicht einverstanden, denn der Herr sagt durch den Propheten: “Ihr aber sagt: Das Verhalten des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Mein Verhalten soll nicht richtig sein? Nein, euer Verhalten ist nicht richtig.” (Ez 18,29)

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HEILSAME MAHNUNGEN

Lieber Vater, Du führst uns auf vielfältige Weise auf unserem Weg der Nachfolge Jesu. Heilsame Mahnungen gehören zu den wertvollen Geschenken, die Du uns machst. Sie können einen ernsten Unterton haben, der ihre Bedeutung unterstreicht und uns aufwecken soll. Immer aber entspringen sie Deinem liebenden Herzen, das Milde in sie hineinlegt. Sie unterscheiden sich von aufrüttelnden oder erschreckenden Warnungen und dienen eher als Erinnerungen. Erinnerungen an das, was wir vielleicht aus den Augen verlieren könnten.

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IN DER VERANTWORTUNG VOR DEM HERRN

“Wer nach meinen Geboten wandelt und meine Rechte beobachtet, indem er nach der Wahrheit handelt, der ist gerecht, der soll leben.” (Ez 18,9)

Lieber Vater, wir sprechen gerne von Deiner Liebe und Güte, von Deiner Geduld und Barmherzigkeit. So ist es ja auch, und wir leben davon. Wer könnte wahrhaft leben und seinen Weg bis zum Ende gehen, wenn Du ihn nicht tragen und bei seinen vielfältigen Schwächen und Stürzen immer wieder aufrichten würdest?

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9. Tag: » Verantwortung und Beweglichkeit für den Willen des Herrn«

Heute führt unser Weg zunächst zur Lesung des Propheten Ezechiel. Der Herr möchte etwas klären, was wohl im Volk an falschen Gedanken und Redewendungen üblich war. Da hieß es: “Was soll dies, daß ihr unter euch eine bildliche Redewendung als Sprichwort gebraucht im Land Israel, indem ihr sprecht: Die Väter aßen saure Trauben und den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden.

Der Herr bringt deutlich zum Ausdruck, daß er dieses Sprichwort in Israel nicht mehr hören möchte, sondern daß jeder für seine Taten selbst verantwortlich ist: “Seht, mein sind alle Seelen, die Seele des Vaters wie die des Sohnes: die Seele aber, die sündigt, die soll sterben.

Dann weist der Herr darauf hin, wie sie zu leben haben. In Vers 8 und 9 ist es folgendermaßen zusammengefaßt: “Wer nach meinen Geboten wandelt und meine Rechte beobachtet, indem er nach der Wahrheit handelt, der ist gerecht, der soll leben.

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8 Tag: »Unterwegs mit Mose und Elija zum authentischen Zeugnis«

In den beiden Tageslesungen des Vetus Ordo (Ex 24,12–18 und 1 Kön 19,3–8) begegnen wir heute zwei gewaltigen Propheten des Alten Bundes. Einmal ist es Mose, der das Volk Israel im Auftrag des Herrn aus der Herrschaft des ägyptischen Pharaos befreite und in die Wüste führte. Dort hat der Herr Großes mit ihm vor. Er ruft ihn auf den Berg Sinai und sagt: “Steig herauf zu mir auf den Berg und bleibe hier. Ich will dir steinerne Tafeln geben, worauf ich das Gesetz und die Gebote geschrieben habe, damit du die Kinder Israels lehrst(Ex 24,12).

Mose folgte dem Ruf, und als sich die Herrlichkeit des Herrn wie ein loderndes Feuer zeigte, stieg Mose den Berg hinauf. Er “verweilte dort vierzig Tage und Nächte.

Entscheidendes sollte geschehen, und Mose wurde vom Herrn in diesen vierzig Tagen darauf vorbereitet und noch mehr in seine Aufgabe eingeführt.

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