Die Briefe des Heiligen Ignatius

Der Heilige Ignatius von Antiochien, dessen Gedenktag wir heute im Vetus Ordo begehen (im Novus Ordo am 17. Oktober), war laut kirchlicher Tradition ein Schüler der Apostel Petrus und Johannes. Später wurde er Bischof der syrischen Hauptstadt Antiochia, starb als Märtyrer und wurde sehr früh als Heiliger verehrt. Er selbst nannte sich immer mit seinem zweiten Namen: Theophóros (θεοφόρος) – Gottesträger.

Ignatius war als Nachfolger des Evodius der dritte Bischof von Antiochien, wenn man den Apostel Petrus als ersten Bischof zählt, wie uns Origenes, Eusebius und Hieronymus überliefern. Sicher erwiesen ist, daß er Bischof war und unter Kaiser Trajan zum Tode verurteilt wurde. Auf der Reise von Antiochien nach Rom verfaßte er die uns erhaltenen sieben Briefe, die wir heute als Kleinod altchristlichen Glaubens und tiefer Frömmigkeit schätzen.

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DER HEILIGE DON BOSCO »Die Sorglosigkeit«      

Phil 4,4-9 Lesung am Gedenktag des Heiligen Don Bosco

Brüder! Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren. Schließlich, Brüder: Was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter, liebenswert, ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist, darauf seid bedacht! Was ihr gelernt und angenommen, gehört und an mir gesehen habt, das tut! Und der Gott des Friedens wird mit euch sein.

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Ein Weizenkorn, das Frucht bringt

Im Vetus Ordo gedenken wir heute der Heiligen Martina von Rom. In ihr begegnet uns wiederum eine der heiligen Jungfrauen, die ganz am Anfang der Ausbreitung des Christentums im römischen Reich das Martyrium erlitten haben und so zum Weizenkorn wurden, das große Frucht brachte für das Reich Gottes (vgl. Joh 12,24). Es ist bewundernswert, mit welch großem Glauben und mit welcher Entschlossenheit sie dem Herrn treu geblieben sind und sich nicht gebeugt haben. Wir sollten uns nicht nur die Erinnerung an diese Heiligen wachhalten und ihr Beispiel vor Augen haben, sondern sie auch konkret bitten, daß auch wir dem Herrn treu bleiben, wenn wir Verleumdungen und Verfolgungen zu erleiden haben.

Wie ich es in meinen Schriftauslegungen und Vorträgen manchmal erwähne, denke ich, daß unser Glaube heute zunehmend von außen, aber auch von innen bedroht ist. Gewiß war das schon immer so, doch ist nicht zu übersehen, daß wir in einer Zeit leben, in der weltweit – in verschiedenen Ländern vielleicht mit unterschiedlicher Intensität – die Wahrheit unseres Glaubens angegriffen wird und es durchaus zu größeren Verfolgungen kommen kann.

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Franz von Sales und seine Weisheit

Im Kalender der traditionellen Messe wird heute der Heilige Franz von Sales gefeiert. Ihm ist diese Meditation gewidmet. Wer den Tagestext des Novus Ordo bevorzugt, kann die entsprechende Betrachtung über folgenden Link aufrufen: https://elijamission.net/das-licht-gehoert-auf-den-leuchter/#more-5835

Franz von Sales wurde am 21. August 1567 in Savoyen in Frankreich geboren. Für den adligen jungen Mann war zunächst eine weltliche Laufbahn vorgesehen. Er studierte Rechtswissenschaften in Paris und Padua. Nebenbei, und weil ihm die calvinistische Prädestinationslehre schwer zu schaffen machte, studierte er auch Theologie. Nach seiner Promotion in weltlichem und kirchlichem Recht sollte er Senator werden, setzte sich aber gegen seinen Vater durch mit seinem Entschluß, Priester zu werden.

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Das Lob der Weisheit

Weish 7,7-10.15-16    (Lesung am Gedenktag des Heiligen Thomas von Aquin)

Ich betete, und es wurde mir Klugheit gegeben; ich flehte, und der Geist der Weisheit kam zu mir. Ich zog sie den Zeptern und Thronen vor, Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit ihr. Keinen Edelstein stellte ich ihr gleich; denn alles Gold erscheint neben ihr wie ein wenig Sand, und Silber gilt ihr gegenüber wie Lehm. Ich liebte sie mehr als Gesundheit und Schönheit und zog ihren Besitz dem Lichte vor; denn niemals erlischt der Glanz, der von ihr ausstrahlt. Mir aber gewährte Gott, nach meiner Einsicht zu sprechen und zu denken, wie die empfangenen Gaben es wert sind; denn er ist der Führer der Weisheit und hält die Weisen auf dem rechten Weg. Wir und unsere Worte sind in seiner Hand, auch alle Klugheit und praktische Erfahrung. Weiterlesen

Die wahre Verwandtschaft Jesu

Mk 3,31-35

In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen die Jünger herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir! Er erwiderte: wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?  Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

Hier handelt es sich nicht etwa um eine Zurückweisung der Mutter des Herrn und seiner Brüder, wie man zunächst vermuten könnte. Vielmehr weitet der Herr unseren Blick auf die gesamte Menschheit, die gerufen ist, eine himmlische und universale Familie zu bilden.

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Die Gnade Gottes wieder entfachen

2 Tim 1,1-8 

Lesung am Gedenktag der Heiligen Timotheus und Titus

Paulus, durch den Willen Gottes zum Apostel Christi Jesu berufen, um das Leben in Christus Jesus, das uns verheißen ist, zu verkündigen, an Timotheus, seinen geliebten Sohn: Gnade, Erbarmen und Friede von Gott, dem Vater, und Christus Jesus, unserem Herrn. Ich danke Gott, dem ich wie schon meine Vorfahren mit reinem Gewissen diene – ich danke ihm bei Tag und Nacht in meinen Gebeten, in denen ich unablässig an dich denke. Wenn ich mich an deine Tränen erinnere, habe ich Sehnsucht, dich zu sehen, um mich wieder von Herzen freuen zu können; denn ich denke an deinen aufrichtigen Glauben, der schon in deiner Großmutter Loïs und in deiner Mutter Eunike lebendig war und der nun, wie ich weiß, auch in dir lebt. Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist. Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Schäme dich also nicht, dich zu unserem Herrn zu bekennen; schäme dich auch meiner nicht, der ich seinetwegen im Gefängnis bin, sondern leide mit mir für das Evangelium. Gott gibt dazu die Kraft.

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