Es war der 30. Mai 1431 in Rouen in Frankreich – einen Tag nach dem Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.
Am Morgen hatten sich auf dem dortigen alten Marktplatz in der Nähe der Erlöserkirche viele Menschen versammelt. Neben dem Volk, das sich dort einfand, und dem Klerus, waren viele Soldaten anwesend. Allerdings waren es keine französischen Soldaten, sondern englische, denn Rouen war eine der Städte, die im Hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich und England noch unter englischer Herrschaft stand.
Auf dem Marktplatz war ein Gerüst aufgebaut, und dort stand eine junge Frau, neunzehn Jahre alt. Wegen dieser Frau hatten sich die Menschen versammelt, geistliche und weltliche Herren.
Auf diese junge Frau richteten sich alle Blicke.
Wer war sie? Warum stand sie dort?
Nun hielt Nicolaus Midi, Doktor der Heiligen Theologie, vor der ganzen Versammlung eine Predigt über Vers 26 aus dem zwölften Kapitel des ersten Briefes des Apostels Paulus an die Korinther:
