Lieber Vater, als ich heute die Betrachtung über die Geschichte von Elija und der Witwe aus Sarepta niederschrieb – der Du in Deiner Güte ob ihres Hörens auf den Propheten ihre Not gewendet hast –, behielt ich so stark in Erinnerung, daß Du in allem, was wir tun, immer der Erste sein solltest. In den Zeiten des Alten Bundes brachte man Dir die Erstlingsgaben dar, und heute sollte es nicht anders sein! Im Gegenteil: Mit dem Licht des Neuen Testamentes und dem Kommen Deines Sohnes können wir Dich und Deine Liebe noch besser erkennen. Das erste Wort sei Dir am Morgen geweiht, das letzte am Abend. Immer sind wir gerufen, den Blick zu Dir zu erheben, wie es Dein geliebter Sohn getan hat, der Dich in allem verherrlicht hat.
Das wäre doch ein richtiger Weg, der unser ganzes Leben verwandelt, wenn wir immer im Aufblick auf Dich, unseren Vater, leben würden. In allem, sodaß es uns zur Selbstverständlichkeit wird. So, wie Du uns im Blick hast, so wird es unseren Freunden, den Engeln, gehen. Sie sehen immer Dein Angesicht (vgl. Mt 18,10), und das ist ihre Freude.
Wir müssen es noch lernen, denn wir sind so leicht mit anderen Dingen beschäftigt, besonders mit uns selbst. Doch es wäre ein großer Gewinn, wenn wir dies in der heiligen Fastenzeit einüben könnten: schon mit dem Dank am Morgen aufzuwachen und mit ihm am Abend abzuschließen. Dann gehen wir an Deiner Hand durch den Tag und versuchen, immer zuerst auf Dich zu schauen, ob es Dir gefällt, was wir tun. Sehr leicht werden wir dann die feinen Korrekturen spüren, wenn wir Dich ein wenig aus den Augen verloren haben. Der Geist und unsere Seele werden uns daran erinnern! Der Geist wird uns locken, immer zuerst auf den Vater zu schauen, und unsere Seele wird leise in uns klagen, wenn wir es nicht tun. Denn dann kann sie die tröstende und stärkende Gegenwart unseres Vaters nicht so wahrnehmen. Sobald wir uns aber wieder Dir, Vater, zuwenden, ist sie im Frieden!
