Warum, geliebter Vater, haben die Totenerweckungen nicht ausgereicht, um die Pharisäer zum Umdenken zu führen? Ist es nicht genug, wenn ein Wunder solchen Ausmaßes geschieht, um deutlich zu machen, daß Du am Werk bist? Was müßte denn noch geschehen?
Aber Deine Antwort können wir voraussehen, denn Du hast sie uns schon durch das Zeugnis der Schrift gegeben, und auch im Leben der Heiligen war es nicht selten so, daß selbst die größten Wunder die Tyrannen nicht zur Umkehr führten.
Gott sei Dank ist es aber nicht immer so, wenn Du uns auf diese so erfahrbare Weise mit Deiner Gegenwart beschenkst. Durch die Auferweckung des Lazarus sind doch viele Menschen zum Glauben an den Herrn gekommen. Schenke uns doch weiterhin Wunder, wir sind für jedes Zeichen dankbar. Die Menschen brauchen sie, besonders jene, die noch nicht zum Glauben gelangt sind, damit sie Hoffnung haben, am Ende der Zeiten an der Auferstehung teilzuhaben.
Über diesen Weg des Wunders müssen sie noch tiefer verstehen, daß sie durch den wahren Glauben zum unvergänglichen Leben erweckt werden. Er ist es, der uns die Augen öffnet, damit wir lernen, alles mit Deinen Augen zu sehen. So verwandelt sich der innere Tod in Leben, wenn Deine Gnade im Leben gegenwärtig wird. Das ist es, was Du uns zuerst und als Wichtigstes bringst: das ewige Leben.
Es ist das wahre Leben, das niemals stirbt. Deshalb sagst Du zur heiligen Martha, daß Du die Auferstehung und das Leben bist. Und die Gnade geleitet uns durch die Zeit in die Ewigkeit.
So freuen wir uns über den Toten, der durch Dein Wort wieder ins irdische Leben zurückgekehrt ist, und preisen Deine Güte. Noch mehr jubeln wir über den, der durch die Begegnung mit Dir vom Tod zum Leben erwacht ist – und der ganze Himmel frohlockt (Lk 15,7)!
