SEI GELASSEN!

“Sei gelassen! Ich bin der Ewige und habe die Zeit in meinen Händen.”  (Inneres Wort)

Häufig sprechen die Lehrer des geistlichen Lebens über die Gelassenheit. Das bedeutet, daß wir uns von all den Ereignissen, die uns widerfahren, nicht aus der Ruhe bringen lassen und überstürzt handeln. Damit ist jedoch keine stoische Ruhe gemeint, die alle Dinge mehr oder weniger gleichwertig betrachtet und jede Art von innerer Stellungnahme vermeiden will. Es hat auch nichts mit geistlicher oder seelischer Trägheit zu tun, die sich zu nichts aufraffen kann und gerne in die Gleichgültigkeit absinkt.

Gelassenheit findet man, wenn man alles im Angesicht Gottes betrachtet und prüft. Diese Haltung ist tief im Vertrauen zu Gott verwurzelt. Sie befreit uns aus der kurzlebigen Betrachtung der Dinge mit ihrer oft hektischen Dynamik. Sie lehrt uns, alles, was uns begegnet, zu Gott zu tragen und von ihm her eine Sicht auf die jeweilige Situation zu gewinnen.

Hier wird das Wort »Ewigkeit« wichtig. Indem der Vater uns daran erinnert, daß er der Ewige ist, macht er uns klar, daß die Dinge, die in unserer Zeit geschehen, ihm schon immer bekannt sind und für sie auch eine Lösung gefunden ist. Hinzu kommt das Wissen, daß unser Vater immer von der Liebe bewegt ist und alles in seiner Weisheit erwogen hat und auch zum Ende führt.

Diese Überlegungen aus dem Glauben schenken der Seele nun innere Ruhe. Sie beginnt, sich zu freuen, daß es so ist und daß alles in den Händen ihres liebenden Vaters ruht. Das gibt ihr die Sicherheit, jeder Situation, die auf sie zukommt, ohne Angst, sondern mit Hoffnung zu begegnen.

So wird sie gelassen und erlebt die Welt und alles, was geschieht, mehr von Gott her. Sie läßt sich nicht mehr von der Unruhe treiben, sondern lernt, zu warten, bis der richtige Zeitpunkt zum Handeln gekommen ist, denn der Ewige hat auch die Zeit in seinen Händen!