HINWEIS: Im traditionellen liturgischen Kalender wird heute das Fest des Heiligen Cyrill von Alexandrien gefeiert. Zu seinen Ehren wird das folgende Evangelium gelesen.
Mt 5,13-16
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Diese Worte des Herrn sind in gewisser Weise selbst wie Salz, das in unseren Wunden brennen kann.
Wer kann nicht beklagen, daß man heutzutage den Eindruck gewinnen muß, daß das Salz seinen Geschmack verliert und das Licht der Kirche sich verdunkelt? Nur wenige gibt es, die unerschrocken die Wahrheit verkünden. In gewisser Weise wird das Wort Gottes »weichgespült«, bis es nichts mehr taugt und quasi nur noch im Sinne eines allgemeinen »Seid nett zueinander!« verkündet wird. Wenn sich die Kirche auf der Linie der »political correctness« bewegt, ist sie kein Zeichen des Widerspruchs mehr, sondern verschwindet in der Bedeutungslosigkeit. Wundert es daher, daß die Kirche gerade während der Coronakrise von politischen Kräften öfter als »nicht systemrelevant« eingestuft und auch behandelt wurde?
Was ist nur geschehen, daß das hohe Gut der Wahrheit, die vollmächtige Verkündigung des Wortes Gottes und der dringende Ruf zur Umkehr so vernachlässigt werden? Warum gibt die Kirche den Menschen immer weniger Orientierung und wird daher kaum noch als Lehrerin der Völker angesehen? Offensichtlich betrachtet sie sich selbst auch immer weniger als solche! Leider muß man nicht selten eine Lauheit wahrnehmen, die schwer zu ertragen ist!
Das Wort Gottes hingegen hat nichts von dieser Lauheit an sich. Es stellt den Menschen Gottes Liebe und Barmherzigkeit vor Augen, ohne die Konsequenzen zu verschweigen, was geschieht, wenn man den Weg der Wahrheit nicht beschreitet. Es verkündet uns Jesus als den einzigen Retter der Menschheit und stellt keine andere Religion als einen eigenen Heilsweg dar. Und das Wort Gottes nennt Sünde auch Sünde, ohne Kompromisse einzugehen, und zeigt gleichzeitig den Weg zur Sündenvergebung am Kreuz auf. Es lehrt uns, in der Welt zu leben, aber nicht von ihr zu sein.
Diese Aufzählung ließe sich fortsetzen. Immer wieder würde man die brennende Wunde spüren, wenn man die Wahrheit des Wortes Gottes aufnimmt und die authentische Lehre der Kirche liebt und diese mit den vielen fehlgeleiteten und verwirrenden Dingen vergleicht, die man heute im Leben der Kirche wahrnimmt.
Verankert im Wort Gottes und in der wahren Lehre der Kirche gilt es, täglich ernsthaft den Weg der Heiligkeit zu gehen. Jeder ist selbst verantwortlich dafür, ob das Salz in seinem Leben schal wird und das Licht, statt auf dem Leuchter zu stehen und anderen Menschen Wegweisung zu schenken, verdunkelt wird.
Die Sorge, ob diese klaren Worte des Herrn im heutigen Evangelium uns noch aufrütteln und zur kritischen Reflexion führen können, dürfte berechtigt sein. Man gewinnt den Eindruck, als würden sich große Teile der Kirche in einem geistigen Schlafzustand befinden – eingelullt von der Haltung der Welt, gefallen zu wollen, nicht anzuecken und mit dem Strom zu schwimmen.
Gott sei Dank gibt es Ausnahmen! Bitten wir doch den Herrn, er möge uns alle aufwecken, damit wir die kurze Zeit unseres Lebens nutzen und alles tun, was an uns liegt, damit das Salz nicht schal wird und das Licht leuchtet.
Jesus hat die Frage gestellt: “Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen”
Wir sollten es wenigstens versuchen – und vor allem den Heiligen Geist bitten, die wahren Schätze der Kirche zum Leuchten zu bringen. Vielleicht können wir dem Herrn dann antworten: “Für Menschen ist es unmöglich, aber mit dem Heiligen Geist müßte es doch gehen, oder? Was meinst Du, Herr?”
Betrachtung zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/jesus-moechte-heilen/#more-5929
