NICHT OHNE DIE WAHRHEIT!

“Die Wahrheit fordert ihr Recht!” (Inneres Wort)

Ohne Wahrheit gibt es keine wahre Liebe, und wir werden auch die Barmherzigkeit unseres himmlischen Vaters nicht in der rechten Weise verstehen. Nie kann die barmherzige Liebe über die Wahrheit und Gerechtigkeit hinweggehen oder sie zurückdrängen, sondern immer ist sie als Fundament nötig, damit das Licht Gottes den rechten Weg zu weisen vermag.

Die Bereitschaft unseres Vaters, den Menschen zu vergeben, ist unendlich groß. Gerade im Büchlein von Madre Eugenia wird dies in ergreifender Weise deutlich. Wenn der Mensch vor seinem Tod nur ein einziges Mal aufrichtig seine Sünden bereut und seinen göttlichen Vater anruft, wird Gott ihm aufgrund dieses Aktes der Liebe und der Wahrheit vergeben.

Das jedoch muß geschehen, damit der Mensch zur Wahrheit erwacht. Wenn er dann auch in der Regel noch eine Zeitlang an einem Ort der Sühne verweilen muß, wird er danach in der Ewigkeit mit Gott vereint sein.

Deshalb ist es unabdingbar, daß die Verkündigung der unendlichen Liebe unseres Vaters immer von der Wahrheit durchdrungen ist. Jeder Mensch ist gerufen, in der Wahrheit zu leben und, wenn er sie verlassen hat, mit Gottes Gnade wieder in sie zurückzukehren.

Das gilt auch für die Verkündigung der Kirche. So sehr man sich auch dem sündigen und irrenden Menschen in Liebe zuwenden soll, darf dies nicht ohne den Ruf zur Umkehr geschehen, denn die Wahrheit fordert ihr Recht. Würde dieser Ruf unterbleiben, so wäre der Mensch durch eine falsche Liebe getäuscht und würde sich in einer illusorischen Sicherheit wiegen.

Jesus hat die Ehebrecherin, die man zu ihm gebracht hat, nicht verurteilt. Aber er hat sie ermahnt, nicht mehr weiter zu sündigen (Joh 8,11).