NICHT DIE HOFFNUNG VERLIEREN

Eigentlich, lieber Vater, könnte unser Leben so einfach sein, sogar nach dem so schmerzlich verlorenen Paradies, weil Du alles daransetzt, daß wir in der Würde leben, die Du uns geschenkt hast. Eigentlich ist es von einer wunderbaren Einfachheit zu leben: Wir erkennen Dich als den liebenden Vater, hören auf Deine Weisungen und tun mit Deiner Hilfe das, was Du sagst. Wahrer Friede und wahres Glück ziehen in uns ein, auch wenn wir auf dem Weg zu Dir in die Ewigkeit manchen Strauß auf der Erde auszufechten haben. Und selbst wenn Du uns rufst, auch für andere Menschen, die Du als Deine Kinder zu Dir heimführen möchtest und die ferne von Dir leben, am Leid Deines Sohnes teilzuhaben, wie Paulus es uns erklärt – das wahre Glück, das Du bist, bleibt immer da!

Eigentlich ist es ganz einfach!

“Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht” (Mt 11,28–29).

Und doch: Es sieht ganz anders aus auf der Erde! Sie ist ein Jammertal, mit Myriaden von Vergehen gegen Dich, lieber Vater, und gegen die Menschen. Auch die Schöpfung ist mit einbezogen, sie “soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt” (Röm 8,21–22).

So weicht die vorfindliche Situation sehr weit ab von einem Reich Gottes auf Erden und gleicht mehr einem Ort der Verlorenheit unter der Herrschaft des Fürsten dieser Welt.

Und doch: Weil es Dich gibt, verlieren wir nicht die Hoffnung auf eine Veränderung, fangen bei uns an und gehen einfach weiter. Du wirst uns dabei begleiten und führen. Danke, Vater!