“Meine Kinder, habt ihr etwas zu essen?” (Joh 20,5) fragte Jesus seine Jünger, als er sich ihnen zum dritten Mal am Ufer des Sees von Tiberias offenbarte.
Wieder erkannten sie ihn zunächst nicht, und Jesus wählte einen Weg, wie sie ihn leicht erkennen konnten. Sie waren ja Fischer, die von Jesus erwählt wurden, Menschenfischer zu werden. Doch zunächst mußten sie erkennen, daß er tatsächlich von den Toten auferstanden war. Diese Wirklichkeit mußte sich tief in sie einsenken, denn diese Botschaft der Auferstehung sollten sie in die Welt hinaustragen. Da durfte es keine Unsicherheit geben und die Augen mußten ihnen ganz aufgetan werden.
“Werft das Netz auf der rechten Seite des Schiffes aus, so werdet ihr etwas bekommen!” (Joh 20,6), heißt er sie.
Die erstaunliche Menge der Fische tat wohl ein Übriges, so daß Johannes den Herrn erkannte. Er war es, der mit seinem Blick der Liebe zum Herrn es schneller erfassen konnte.
“Es ist der Herr!” (Joh 20,7), sagte er zu Petrus. In diesem Wort lag alles. Das erleichterte und freudige Erkennen, seine ganze Liebe zu Jesus, seinem Herrn und Meister, die Hoffnung und Dankbarkeit.
“Es ist der Herr!”
Wie tief kann und soll es auch aus unserem Herzen kommen, wenn wir verstehen, wie Gott uns ein tieferes Licht über Situationen schenkt, die wir noch nicht richtig in seinem Licht identifizieren können!
“Es ist der Herr!”
Es war ein riesiger Fischfang auf das Wort des Auferstandenen hin. Die Jünger mußten sich erinnern, denn laut dem Lukasevangelium geschah es ja schon einmal. Damals hatte Jesus zu Petrus gesagt: “Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, daß ihre Netze zu reißen drohten” (Lk 5,5).
Diesmal waren es 153 große Fische, die sie an Land brachten (Joh 20,11) – Fische in Überfülle.
Jesus hatte bereits Feuer gemacht, einen Fisch gebraten und Brot bereitgestellt. Mit welch zärtlicher Geste und Fürsorge verwöhnte er seine Jünger.
“Bringt von den Fischen her, die ihr eben gefangen habt!” (Joh 20,10), weist sie Jesus an und lädt sie ein: “Kommt und eßt!” (Joh 20,12).
Jetzt konnte es ein Mahl der Freude werden, wie sie es schon kannten. Und doch war es anders. Diesmal war der auferstandene Herr bei ihnen, der Sieger, der aus dem Grab gekommen war, der Tod und Teufel überwunden hatte. Sie wußten, daß es der Herr war, und doch mußte erst eine neue Vertrautheit unter ihnen entstehen. Jesus öffnete ihnen den Weg dazu, indem er an das anknüpfte, was sie schon aus dem Leben mit ihm kannten.
“Es ist der Herr!”
Ja, ihr Jünger, es ist derselbe Herr, nun aber im herrlichen Auferstehungsleib, den wir alle nach unserem Tod erhalten werden, wenn wir ihm treu bleiben!
Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zur Tageslesung: https://elijamission.net/doch-was-ich-habe-das-gebe-ich-dir-2/#more-11454
zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/der-auferstandene-gibt-sich-zu-erkennen/#more-8758
