“Das ist Glaube, wenn man mit Gott spricht, wie man mit einem Menschen sprechen würde.” (Heiliger Pfarrer von Ars)
Dieses Wort vermag uns zu helfen, die Beziehung zu unserem himmlischen Vater in die Normalität unseres Lebens hineinzuführen. Wir wissen gut, wie es ist, mit einem Menschen zu sprechen. Das Gespräch gehört zur Selbstverständlichkeit des Lebens – sofern keine unnatürlichen Hindernisse bestehen. Gerade diese Selbstverständlichkeit ist es, die einen lebendigen Glauben ausmacht: Gott ist mein Gegenüber, mein großes »Du«, auch wenn ich ihn nicht sehe. Der Glaube vermag das »leibliche Nichtsehen« zu durchdringen. Unser Herz sieht: “Du bist da! Du bist mein Vater! Du siehst mich und kennst mich! All meine Wege sind Dir bekannt und nichts ist vor Dir verborgen.” (vgl. Ps 139)
Diese Selbstverständlichkeit der Beziehung zu unserem Vater durchzieht dann alle Bereiche. Ich spreche mit ihm als mit meinem gütigen Vater, mit meinem Freund, mit ihm, der mich als geistlicher Vater lehrt, den rechten Weg zu gehen; mit ihm als meinem Vertrauten, dem ich die tiefsten Anliegen vertrauensvoll öffne; mit ihm als dem Allwissenden, der alle Geheimnisse im Himmel und auf der Erde kennt; mit dem, der in der Ewigkeit auf mich wartet. Mit ihm, der meine Fragen kennt, noch bevor ich sie ausspreche und ehe sie sich in meinem Inneren geformt haben.
Welch eine Gnade, so mit dem Vater verkehren zu dürfen, in dem Wissen, daß das Gespräch in die Anschauung seiner Herrlichkeit einmünden wird.
Eine solch vertraute Beziehung zu Gott ist nicht schwer, denn unser Vater spricht ja schon mit uns. Wir müssen nur lernen, seine Stimme zu verstehen, und darauf antworten. Dann beginnt »das große Gespräch«, wie es die Heilige Teresa von Ávila genannt hat, und auch der Heilige Pfarrer von Ars, der uns das heutige Wort geschenkt hat, wird sich freuen.
