IM INNEREN GEBET BLEIBEN

 

“Bleibe im inneren Gebet!” (Inneres Wort)

Wenn wir mit unserem Vater in Tuchfühlung bleiben wollen, gibt es kaum ein geeigneteres Mittel als das innere Gebet, das fortwährende innere Gespräch mit Gott. Es besteht sowohl im vertrauten Zuhören – denn wir kennen seine Stimme (Joh 10,27) – als auch in der Zuwendung unseres Herzens zu unserem himmlischen Vater.

In der östlichen Christenheit kennt man das sog. Jesusgebet oder auch Herzensgebet genannt. In der klassischen Form wiederholt man viele Male: “Jesus, Sohn Gottes, erbarme Dich meiner!”

In unseren römisch-katholischen Gebetsweisen entspricht es dem Stoßgebet. Solch ein »systematisiertes Stoßgebet«, das verschiedene Anrufungen beinhalten kann, lebt von der Wiederholung im Inneren der Seele.

Im Zusammenhang mit unseren »Drei Minuten für Gott Vater«, die sich besonders seiner Verehrung befleißigen, wäre auch eine Anrufung wie: “Vater, ich liebe dich!” denkbar und empfehlenswert.

Ein solches Gebet ist eine große Hilfe, die Seele an das beständige Gebet zu gewöhnen, das nicht nur in den dafür reservierten Gebetszeiten vollzogen wird, sondern uns durch entsprechende Einübung den ganzen Tag hindurch begleiten kann, auch bei der Arbeit und in den verschiedensten Lebensumständen. Die Seele kann so vertraut werden mit der Anrufung Gottes, daß sie selbst immer mehr danach verlangt, dieses Gebet im Herzen zu praktizieren.

Der heutige Rat, im inneren Gebet zu bleiben, kann sicherlich auf jede innere Form des Gebetes angewendet werden. Er mahnt uns, nicht nachzulassen und das innere Gebet zu unserem »täglichen Brot« werden zu lassen und so im ständigen Austausch mit dem Herrn zu bleiben. Das wird unser Leben ungemein reich und fruchtbar machen.