HEILSAME MAHNUNGEN

Lieber Vater, Du führst uns auf vielfältige Weise auf unserem Weg der Nachfolge Jesu. Heilsame Mahnungen gehören zu den wertvollen Geschenken, die Du uns machst. Sie können einen ernsten Unterton haben, der ihre Bedeutung unterstreicht und uns aufwecken soll. Immer aber entspringen sie Deinem liebenden Herzen, das Milde in sie hineinlegt. Sie unterscheiden sich von aufrüttelnden oder erschreckenden Warnungen und dienen eher als Erinnerungen. Erinnerungen an das, was wir vielleicht aus den Augen verlieren könnten.

Heute machst Du uns durch den Propheten Ezechiel in der Auseinandersetzung mit Deinem Volk darauf aufmerksam, daß selbst jemand, der den geraden Weg schon gegangen ist, ihn wieder verlassen kann (Ez 18,21–29). Das, lieber Vater, nehmen wir als Mahnung auf unserem Weg mit. Es soll in uns nachklingen, nicht um uns zu ängstigen, sondern um die rechte Wachsamkeit über unser Leben zu erwecken. Das bedeutet, jeden Tag Deine Führung wahrzunehmen, durch die Du uns geistlich wachsen lassen willst, und einen immer größeren Abstand von der Sünde zu nehmen.

Es ist ja der Heilige Geist, der uns auf sehr feine Weise immer wieder mahnt. Je besser wir ihn wahrnehmen, desto sanfter kann seine Führung geschehen. Die Mahnungen – ohne ihren Ernst zu verlieren – werden von unserer Seele als Einladungen der Liebe verstanden. So bleibt unsere Nachfolge beweglich, selbst wenn wir uns im mehr routinemäßigen Ablauf des Lebens befinden.

Bitte, lieber Vater, unterlasse nie Deine Mahnungen! Sie sind uns wertvoller als Gold und alle irdischen Schätze. Sie sind wie leuchtende Leitplanken, die uns zum richtigen Zeitpunkt das Richtige schenken, damit wir den Weg nicht verfehlen.