HANDELN WIE DER HERR

Zur Erinnerung: Die »Drei Minuten für Gott Vater« stehen während der Fastenzeit im Zusammenhang mit meinen täglichen Auslegungen (https://t.me/Ansprachen) und sind manchmal nur auf diesem Hintergrund verständlich. Nicht selten sind es eher persönliche Gespräche mit dem Vater über das, was in der Ansprache niedergelegt wurde.

Geliebter Vater, wie weise hat Dein Sohn die schwierige Situation bewältigt, in die ihn jene Pharisäer und Schriftgelehrten lockten, als sie ihm die beim Ehebruch ertappte Frau vorführten, um ihn anklagen zu können (Joh 8,1–11). Du hast nicht nur ihr Ansinnen zunichte gemacht, sondern gleichzeitig der angeklagten Frau geholfen und ihr den weiteren Weg gewiesen, den sie zu gehen hat. Es bleibt zu hoffen, daß der ein oder andere der religiösen Autoritäten damals zum Nachdenken kam – denn wer ist ohne Schuld?!

Wir wissen nicht, ob es geschah, aber wir wissen, daß Du denen, die auf Dich hören, eine wunderbare Weisung hast zukommen lassen, wie wir mit der Schuld anderer Menschen umzugehen haben. Die Kirche lehrt uns, die Sünde zu verurteilen, aber mit dem Sünder barmherzig zu sein. Genau das können wir im Umgang Deines Sohnes mit der Frau erkennen.

Es war auch unendlich weise, darauf aufmerksam zu machen, daß wir erst einmal auf uns selbst schauen sollen, ob wir überhaupt in einem Stand sind, andere zu verurteilen und zu richten.

Wenn wir das anwenden, dann werden wir in der Lage sein, die Sünde durchaus Sünde zu benennen, aber gleichzeitig auch zu versuchen, den Menschen in Deiner vergebenden Liebe den Weg in die Freiheit zu weisen. Welch eine Befreiung ist es, nicht die Rolle eines »Anklägers« zu übernehmen oder eines »Relativierers«, der so tut, als hätte die Sünde kaum eine Bedeutung.

Danke, lieber Vater, für alle Belehrung!