Mit den Meditationen über die Auferstehung Jesu Christi wurden wir während der Osteroktav in die liturgisch so wunderbare Osterzeit eingeführt, die der auferstandene Herr noch mit den Jüngern auf der Erde verbrachte, um sie weiter auf ihre zukünftige Aufgabe vorzubereiten. Man spürt noch das Erstaunen der Jünger über das Geschehen, das sich erst nach und nach als Wirklichkeit in sie einsenkte.
In der Wahl, wie ich meine täglichen Ansprachen fortsetzen werde, habe ich mich für die Leseordnung des Alten Ritus als Grundorientierung entschieden. Da ich die Lesungen des Neuen Ritus vielfach ausgelegt habe, werden am Ende meiner Ausführungen weiterhin Links zu diesen früheren Betrachtungen zu finden sein.
Zunächst gilt es jedoch, ein wichtiges Thema zu vertiefen.
Da wir zeitlich noch sehr nahe am Fest der Auferstehung Christi sind, möchte ich das Thema der Auferstehung weiterführen, da wir selbst am Ende der Zeiten an der Auferstehung des Leibes teilhaben werden. Dies ist umso angebrachter, als das Glaubenswissen in unserer Kirche immer mehr zu schwinden droht und wichtige Lehren über die »letzten Dinge« ins Hintertreffen geraten. Im schlimmsten Fall werden sie sogar angezweifelt oder geleugnet. Stattdessen greifen irrige Lehren aus anderen Religionen (z. B. aus dem Hinduismus oder Buddhismus oder aus esoterischen Zirkeln) um sich, die Vorstellungen von Seelenwanderung oder Reinkarnation (Wiederverkörperung) vermitteln wollen. Andere denken, daß sich der Körper nach dem Tod einfach nur auflöst und es kein Weiterleben im Sinne einer Auferstehung der Toten existiert. Es gibt also viel Unwissenheit und Täuschungen darüber, was nach dem Tod mit dem Menschen geschieht.
Umso wichtiger ist es, daß wir Katholiken unseren Glauben in all seiner Schönheit und Wahrheit gut kennen, um die Fragen der Menschen beantworten zu können. So vermögen wir für Suchende zu einer Brücke zu werden, damit sie ihre Bestimmung als Mensch im Lichte Gottes kennen- und lieben lernen. Auch für unseren eigenen Weg in der Nachfolge Christi ist es wesentlich, in der Wahrheit und Reinheit der Lehre zu bleiben, welche Gott seiner katholischen Kirche anvertraut hat. Jede Abweichung bringt Verwirrung mit sich und mindert oder verdunkelt den Glanz der Wahrheit. Hinzu kommt noch, daß es sehr tröstlich und stärkend ist, wenn wir nicht nur die irdische Wirklichkeit unseres Lebens in den Blick nehmen, sondern insbesondere auf das schauen, was vor uns liegt, und so unser Ziel nie aus den Augen verlieren, auf das wir Tag für Tag zugehen.
Wie wesentlich die Lehre über die Auferstehung Christi und somit auch über unsere eigene Auferstehung ist, machen die Worte des Apostels Paulus deutlich:
“Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos. Wir werden dann auch als falsche Zeugen Gottes entlarvt, weil wir im Widerspruch zu Gott das Zeugnis abgelegt haben: Er hat Christus auferweckt. Er hat ihn eben nicht auferweckt, wenn Tote nicht auferweckt werden. Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden; und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren.” (1 Kor 15, 13–18)
Weiter sagt Paulus: “Wenn Tote nicht auferweckt werden, dann laßt uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot” (1 Kor 15,32).
Es ist gerade auch die heilsame Lehre der leiblichen Auferstehung nach dem Tod, die uns wachsam macht und in die Verantwortung ruft. Sie ist geeignet, unserer Neigung zur geistlichen Schläfrigkeit entgegenzuwirken und an das zu denken, was vor uns liegt.
Im Römischen Katechismus von Papst Pius V. heißt es:
“Weiterhin sollen die Christen über das Wesen des Auferstehungsleibes noch Näheres erfahren. Denn wenn auch der Leib, der von den Toten erweckt werden soll, ein und derselbe ist wie jener, der im Tod der Vernichtung anheimfiel, so sind dessen Eigenschaften gegen früher doch völlig verschieden. Abgesehen von allem andern besteht der größte Unterschied zwischen dem Auferstehungsleib und unserem jetzigen Leib darin, daß dieser dem Gesetz des Todes unterworfen ist, der Auferstehungsleib aber unsterblich sein wird, und zwar unterschiedslos bei Guten wie Bösen. Diese wunderbare Wiederherstellung der Natur ist eine Frucht des erhabenen Sieges, den Christus über den Tod davongetragen hat, wie die Heilige Schrift wiederholt bemerkt. Denn es steht geschrieben: »Er wird den Tod auf ewig vernichten« (Jes 25,8). Und an anderer Stelle: »Dein Tod werde ich sein, o Tod« (Hos 13,14), wozu der Apostel erklärend bemerkt: »Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod« (1 Kor 15, 26). Und beim heiligen Johannes lesen wir: »Der Tod wird fürder nicht mehr sein« (Offb 21,4).” (Punkt 10)
Das Thema wird weitergeführt.
Betrachtungen nach der Leseordnung des Novus Ordo:
zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/die-wahre-neugeburt-2/#more-11500
