Geliebter Vater, wie lange wartest Du schon auf die Umkehr Deiner »ersten Liebe«! In unerschütterlicher Treue rufst Du sie bis heute, Deinen Sohn zu erkennen und ihm zu folgen. Noch ist es nicht geschehen, aber bis zum Ende der Zeiten wirst Du nicht aufhören, es zu tun, weil Du Deine Liebe nie verrätst.
Du hast Dein Werk mit dem heiligen Rest weitergeführt und die Apostel Deines Sohnes bis an die Enden der Erde gesandt (vgl. Mt 28,19), um Dir ein Volk aus allen Nationen zu schaffen und es in der Kirche zu sammeln. Hier sind wir nun und sollen allen Völkern Deine Liebe bezeugen. Vielleicht können wir ja auch Deine »erste Liebe« erreichen, denn nichts Besseres könnten wir für sie tun, als ihnen den zu bezeugen, den Du als ihren Erlöser und den der Welt geschickt hast.
Was würde dann geschehen?
Es würden ihnen die Augen aufgetan und eine seit Langem im Volk lebende Sehnsucht wäre beantwortet. Tiefe Wunden würden geheilt, und es würde sich etwas erfüllen, worauf unser himmlischer Vater schon so lange wartet!
Und nicht zuletzt: Es würde Friede einkehren können, wahrer Friede, der aus dem Herzen Gottes fließt.
Gewiß, lieber Vater, wir können dies aus eigener Kraft nicht erreichen! Aber wir können Dich selbst daran erinnern, so wie es auch Mose getan hat (vgl. Ex 32,11–13), um das Volk vor Deinem Zorn zu schützen. Wir können Dich daran erinnern, daß das Volk der Juden, selbst wenn es jetzt wieder im Land ihrer Väter ist, noch nicht wirklich zu Hause ist. Es wird erst dann zu Hause sein, wenn sich Dein heiliger Wille ganz erfüllt, wenn sie Deinen Sohn erkennen und so in das “Land der Verheißung” (Hebr 11,9) eintreten.
“Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht” (Joh 1,17–18).
