DIE HAUPTSACHE IST DER RECHTE WEG

“Besser ist es, hinkend auf dem rechten Weg zu gehen, als mit einem festen Schritt abseits” (hl. Augustinus)

Nicht immer fühlen wir uns auf dem Weg der Nachfolge des Herrn »auf Adlerflügeln getragen« (Ex 19,4). Manches geht nur mühsam voran und erfordert viel Geduld, vor allem dann, wenn es Kreuze zu tragen gilt. Unser Vater läßt es zu, damit wir nicht vergessen, daß alle Gnade von ihm kommt. Würden wir immer große Schritte machen und behende voranschreiten, dann könnten wir versucht sein, unsere eigene Leistung in den Vordergrund zu stellen und vergessen, daß es der Herr ist, der uns trägt.

Die Demut erkennt das immer, aber nicht immer leben wir in der Demut. So wird uns die göttliche Hilfe geschenkt, unsere Grenzen wahrzunehmen und zu realisieren, daß wir ohne den Herrn nichts vermögen (Joh 15,5). Da dies leichter gesagt als verinnerlicht ist, gibt uns der himmlische Vater Gelegenheiten, uns durch verschiedene Erfahrungen und Umstände tiefer von unserer Begrenztheit zu überzeugen.

Dann werden wir auch das Wort des heiligen Augustinus leichter verstehen. Wenn wir auch mit letzter Kraft, vielleicht nur noch hinkend vorankommen, ist doch der rechte Weg unvergleichlich wahrhaftiger, als wenn wir mit großer Kraft und äußerem Erfolg den Pfad des Verderbens gehen und dabei vielleicht noch die Anerkennung der Welt finden. Es ist besser, den letzten Platz im Himmelreich einzunehmen, als den ersten Platz in der von Gott abgewandten Welt.

Das mag uns Trost und Weisung sein, wenn wir uns manchmal mühsam vorwärts schleppen und andere scheinbar leichtfüßig von Erfolg zu Erfolg eilen. Die Hauptsache ist, daß wir nicht vom rechten Weg abweichen und uns am Herrn orientieren. Er selbst ist unter der Last des Kreuzes dreimal gefallen und wieder aufgestanden.

Vergessen wir nicht: Gott wird uns ans Ziel bringen, wenn wir ihm vertrauen, ob wir leichtfüßig oder hinkend gehen. Die Hauptsache ist der rechte Weg!