Die Kirche ist reich an Missionaren und Märtyrern, in denen sich der Sieg des Glaubens und der Liebe offenbart hat. Das trifft auch auf die japanischen Blutzeugen Paul Miki und seine Gefährten zu, deren Gedenktag wir heute feiern.
Japan wurde 1542/43 von den Portugiesen entdeckt. Schon 1549 begann der Heilige Franz Xaver dort zu missionieren. Im Jahr 1590 gab es bereits eine halbe Million Christen in Japan.
Der anfangs tolerante japanische Herrscher wandte sich zunehmend gegen das Christentum und nahm im Jahr 1596 in Osaka sechsundzwanzig Christen fest: drei japanische Jesuiten, sechs spanische Franziskaner – darunter Petrus Baptista – und 17 japanische Tertiaren des heiligen Franziskus, also Laien, die dem Dritten Orden angehörten. Darunter waren drei Ministranten im Alter von zwölf bis vierzehn Jahren.
Der Glaube dieser Jugendlichen und Männer war so stark, daß sie furchtbare Qualen zu erleiden vermochten. Nach einem langen Marsch von knapp tausend Kilometern, den sie barfuß durch den Schnee zurücklegen mußten, wurden sie in Nagasaki gekreuzigt. Auf der langen Strecke hatten sie viel Spott und Hohn von den Menschen am Wegrand zu erdulden.
In Nagasaki angekommen, zogen sie unter Psalmen- und Hymnengesang einen Hügel hinauf, wo man sie an in einer Linie aufgerichtete Kreuze band.
Sie blieben standhaft und alle Versuche, sie zur Leugnung ihres Glaubens zu überreden, waren vergeblich – selbst bei den Jüngsten. Der Gouverneur, der Mitleid mit dem Zwölfjährigen hatte und ihn vor dem Tod retten wollte, versprach ihm alles Mögliche, um ihn vom Glauben abzubringen. Er bekam von ihm folgende Antwort:
“Die Freuden und Ehren des Lebens sind nur wie Schaum auf dem Wasser, wie der Morgentau auf den Gräsern. Die Freuden und Ehren des Himmels dagegen sind unvergänglich.”
Ein letztes Mal predigte Paul Miki für die Anwesenden, ermutigte die Christen zur Standhaftigkeit und zur Ausdauer, verzieh den Mördern und dankte Gott für die Gnade, daß er im gleichen Alter wie sein Erlöser und auf dieselbe Weise wie dieser sterben durfte.
Ein Zeitgenosse überlieferte die letzten Worte von Paul Miki vor seinem Tod:
“Da es nun mit mir dahin gekommen ist, denke ich, niemand von euch wird von mir glauben, daß ich die Wahrheit verhehle. So erkläre ich denn euch allen, daß es keinen anderen Weg zum Heil gibt, als den der Christen. Dieser Weg lehrt mich, den Feinden zu verzeihen und allen, die mich beleidigt haben. Darum vergebe ich dem König und allen, die an meinem Tod schuldig sind, gerne und bitte sie, die christliche Taufe zu empfangen.”
Dann richtete er seine Augen auf die Gefährten und begann, ihnen für den Höhepunkt dieses Kampfes Mut zuzusprechen. Auf dem Gesicht aller erschien ein Aufleuchten der Freude.
Bei aller klugen Anpassung an die japanische Kultur gab es für die damaligen Jesuiten nie einen Zweifel daran, daß Christus der alleinige Heilsweg ist (vgl. Apg 4,12). Dafür haben sie ihr Leben gegeben. Dies ist eine wichtige Botschaft für unsere Zeit, in der diese Heilsnotwendigkeit des christlichen Glaubens oft nicht mehr eindeutig verkündet wird.
Die Treue zum Herrn und zum Evangelium steht über allem. Deshalb bedarf es auch der Bereitschaft zum Martyrium. Durch den Geist der Stärke, jener wunderbaren Gabe des Heiligen Geistes, die uns über unsere menschlichen Grenzen hinauszuführen vermag, werden wir dazu befähigt.
Eine zunehmend antichristliche Welt fordert dieses Zeugnis heraus. Es ist gut, sich Tag für Tag darin einzuüben und alle Ängste zu überwinden, die einem eindeutigen Zeugnis noch im Wege stehen mögen. Das kann nur durch eine vertiefte Liebe zu Christus gelingen. Sie muß uns so erfassen, daß er »die Liebe unseres Lebens« wird, die wir auf keinen Fall verleugnen wollen. Mögen uns die heiligen Märtyrer dabei helfen und uns stützen, damit wir würdig werden, dem Beispiel der heiligen Agnes, der heiligen Agatha und dieser heiligen Märtyrer von Nagasaki zu folgen!
Betrachtung zum Tagesevangelium: https://elijamission.net/die-enthauptung-johannes-des-taeufers-3/#more-15103
