DAS VERTRAUEN IN DIE LIEBE DES VATERS

Manchmal ist es für uns Menschen gar nicht so leicht, lieber Vater, um Deine Allmacht zu wissen, und dann so viel schreiendes Unrecht auf der Welt zu sehen, daß sich der Eindruck aufdrängt, Du würdest nicht eingreifen.

Wir hätten sicherlich schon oft – wie Deine Jünger im Evangelium – das Feuer vom Himmel herabgerufen, um die zu strafen, die sich Deinem Willen widersetzen, und jene streng zurechtzuweisen, die sich der Annahme des Glaubens verweigern. Schwierig ist es auch, zu sehen, wie viele Menschen Unrecht erleiden müssen – oft durch wenige, die Böses tun.

Doch gerade dann, wenn es unser Denkvermögen übersteigt, ist das Vertrauen gefragt, denn Du hast das Heil aller im Blick. Dein Auge erblickt nicht nur diese kurze Erdenzeit, sondern Du schaust uns mit den Augen der Liebe an, die alle in Dein ewiges Reich ruft. Alle sollen umkehren zu Dir und nicht verlorengehen, um nicht für immer von Dir getrennt zu sein.

Eigentlich können wir das für uns manchmal Unfaßbare doch an Deinem Sohn erkennen. Ihn, den Sündenlosen, der nur die Liebe offenbart hat, ihn hat man mißhandelt und gequält! Wir alle werden schon sehr bald wieder hören, was mit ihm geschah, und wie er nach Verspottungen ans Kreuz geschlagen wurde. Und was tat er, der wahre König, dem alle Engel dienen? Er verfluchte nicht seine Mörder und Peiniger, sondern sprach die Worte: “Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!(Lk 23,34).

Das, lieber Vater, reicht eigentlich aus, um Fragen oder Unruhe in Deinem Herzen zu begraben. Schauen wir ihn in Dankbarkeit an!

Dort am Kreuz ist das Geheimnis Deiner Liebe wahrzunehmen. Dort beantwortet sich alles. Du weißt, was Du tust und zuläßt! Deshalb fallen wir nieder und beten Dich an!