“Dieses ist das ganze Verdienst des Menschen, daß er all seine Hoffnung auf Gott setze!“ (hl. Bernhard von Clairvaux).
Das Wort des heiligen Bernhard stellt das Weltbild des natürlichen Menschen auf den Kopf. Wir tragen alle wohl noch in uns, unseren Wert aus dem abzuleiten, was wir haben, was wir wissen, was wir können. Es ist gar nicht so einfach, das zu überwinden, denn diese Wertung umgibt uns, und sie geistlich richtig einzuordnen, um das Wort des Heiligen ganz bejahen zu können, braucht es ein Stück Weg.
Was hilft?
Zunächst eine einfache Reflexion: Unser Vater hat uns aus Liebe geschaffen, und alles, was wir später schaffen werden, hat er uns mitgegeben. Es gibt nichts, was nicht ursprünglich von ihm kommt.
Dieses Bewußtsein geht uns aber sehr oft verloren und wir vergessen, daß alles von unserem Vater ausgeht. Je mehr wir uns mit dem Leben in der Welt verbinden, kann diese grundlegende Wahrheit unseres Seins in den Hintergrund rücken und wir setzen unsere Hoffnung mehr auf das Sichtbare. Es tritt eine »Vergeßlichkeit« ein. Manche denken sogar, es sei die menschliche Natur, die uns mit all den Gaben ausstattet.
Das aber bringt eine große geistliche Unordnung ins Leben, eine schmerzliche Gottvergessenheit. Der Mensch blendet gewissermaßen den Ursprung seines Daseins aus, in Unkenntnis oder Vergessenheit unseres liebenden Vaters, Schöpfers und Erlösers.
Wenn wir nun das Wort des heiligen Bernhard betrachten, sehen wir, wie die heilige Ordnung hergestellt wird. Der Mensch, der so lebt, gibt Gott die Ehre und anerkennt Gottes Vorrangstellung. Er lebt in der Wahrheit und setzt seine Hoffnung auf den Herrn.
Das wird ihm zum Verdienst, denn so bezeugt er auch die Liebe Gottes, die alles überragt, die alles schenkt und die wahre Hoffnung für die ganze Menschheit ist.