SANCTA QUADRAGESIMA – DIE GROSSE FASTENZEIT: Tag 1:  “Der Weg beginnt”        

Hinführung

Die »Sancta Quadragesima«, die heilige Fastenzeit, nimmt innerhalb des Kirchen-jahres einen besonderen Platz ein. Sie beginnt mit dem Aschermittwoch und endet am Karsamstag. Vierzig Tage und Nächte lang machen sich die Gläubigen auf den Weg zu einer tieferen Umkehr, um sich auf das heilige Osterfest vorzubereiten.

Vierzig Tage und Nächte dauerte die Sintflut. Vierzig Jahre mußten die Israeliten durch die Wüste wandern und ausharren, bevor sie in das Gelobte Land einzogen. Vierzig Tage fastete Mose, bevor er das Gesetz für sein Volk empfing. Der Prophet Elija pilgerte unter vierzigtägigem Fasten zum Berg Horeb. Vierzig Tage und Nächte fastete unser Herr Jesus Christus, bevor er öffentlich verkündigte und sich als der Sohn Gottes zu erkennen gab.

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“Aspekte der freiwilligen Armut und Ausblick auf die Fastenzeit”

Heute möchte ich die Betrachtungen über einige Aspekte der evangelischen Räte und ihre Bedeutung für die Jünger des Herrn, die in der Welt leben, abschließen. In der Tat ist die freiwillige Armut um des Herrn willen nicht ganz so einfach auf Menschen in der Welt anwendbar, denn, sie kann sehr radikale Züge annehmen, wie sie sowohl aus dem Neuen Testament als auch aus der Geschichte der Kirche bekannt sind.

Denken wir nur an die Gütergemeinschaft in der frühen Kirche, wie sie uns in der Apostelgeschichte berichtet wird (vgl. Apg 2,44–45), oder an Einsiedler und klösterliche Gemeinschaften, die dieses Ideal verwirklicht haben, indem sie alles um der Nachfolge Christi willen verlassen und ihren Besitz den Armen gegeben haben! Das ist ein ungemein wertvoller Ruf. Gebe Gott, daß ihn noch viele Berufene hören und daß es Gemeinschaften gibt, die ihn auch heute verwirklichen!

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Der Gehorsam im geistlichen Kontext

Nachdem wir uns in den letzten beiden Ansprachen mit dem evangelischen Rat der Keuschheit befaßt haben, möchte ich heute auch über allgemeine Aspekte des geistlichen Gehorsams sprechen, wie er für uns alle auf dem Weg der Nachfolge Christi wichtig ist. Ich hoffe, diese Reflexion kann ein wenig helfen, den geistlichen Gehorsam lieben zu lernen!

Wie uns die Bedeutung des Wortes nahelegt, hat Gehorsam etwas mit Hören zu tun, genauer gesagt mit Hinhören, Aufmerken, Zuhören und Lauschen, also mit dem richtigen Hören mit ganzer Zuwendung zu dem der zu uns spricht.

Als Gott sich durch Mose an sein Volk wandte, sprach er: “Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig” (Dtn 6,4).

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DIE HEILIGEN FAUSTINUS UND JOVITA: »Im Besitz eines besseren und bleibenden Guts«      

Hebr 10,32-38

Erinnert euch aber der früheren Tage, in welchen ihr nach eurer Erleuchtung einen schweren Kampf der Leiden bestanden habt, indem ihr bald durch Beschimpfung und Drangsale selbst zum Schauspiele wurdet, bald Genossen derer, die ein solches Schicksal traf. Denn ihr habt sowohl Mitleid gegen die Gefangenen geübt, wie den Raub eurer Habe mit Freuden hingenommen, da ihr erkanntet, daß ihr ein besseres und bleibendes Gut besitzet. So verlieret denn eure Zuversicht nicht, welche einen großen Lohn hat. Denn Ausdauer ist euch vonnöten, damit ihr durch Erfüllung des Willens Gottes die Verheißung erlanget. Denn nur noch eine ganz kleine Weile, und der da kommen soll, wird kommen und nicht verziehen. Mein Gerechter aber lebt aus dem Glauben; wenn er sich jedoch zaghaft zurückzieht, wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben.

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Die Keuschheit als Wächterin der ursprünglichen Schönheit der Seele

Wir setzen die gestern begonnene Betrachtung über die Tugend der Keuschheit fort.

In einer Zeit, die von ständiger Reizüberflutung geprägt ist, ist jedoch für alle ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit erforderlich, um die Tugend der Keuschheit zu schützen. Dies gilt sowohl nach außen als auch nach innen.

Die Heilige Schrift macht uns darauf aufmerksam, daß unser Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist.

“Meidet die Unzucht! Jede Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib. Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst; denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!” (1 Kor 6,20)

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DER HEILIGE FULCRAN VON LODÈVE: »Er liebte besonders die Keuschheit«

Die katholische Kirche kennt viele Heilige und weiß sie in ihren Festen zu ehren. Ich habe mir vorgenommen, an manche weniger bekannte Heilige zu erinnern.

Der Heilige des heutigen Tages stammte aus einer adeligen Familie in Frankreich und wurde am 4. Februar 949 zum Bischof von Lodève geweiht. Er versah 57 Jahre lang das Amt des Bischofs und widmete sich ganz der Heiligung seiner Herde. Er verfolgte die Laster, schaffte Mißbräuche ab und begründete allenthalben das Reich der Gottseligkeit. Dank seiner allumfassenden Liebe fand er stets Mittel, um allen Bedürfnissen der Kranken und Armen seines Sprengels abzuhelfen. Angetrieben von seiner Liebe zu den gottgeweihten Personen, stiftete er das Kloster von St. Salvator, brachte mehrere andere wieder in einen guten Zustand, und führte alle geistlichen Gemeinschaften zur Zucht und Ordnung. Auch den Kirchen und Spitälern erwies er sich als großer Wohltäter. Gott bekräftigte die Meinung, die man von seiner Heiligkeit hatte, durch Wunder, die er am Grab seines treuen Dieners wirkte. Um das Jahr 1127 wurde sein Leib erhoben und blieb unversehrt, bis ihn die Hugenotten 1572 ins Feuer warfen.

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DIE HEILIGE THEODORUS VON HERAKLEA: »Der Drachentöter«      

Die zahlreichen aufgezeichneten Heiligengeschichten sind sehr reichhaltig und stellen uns jene Menschen vor Augen, die ihren Glauben durch ein überzeugendes Leben der Nachfolge unseres Herrn konsequent gelebt haben. Sicherlich gibt es darunter viele Berichte, in denen uns die Radikalität der Heiligen erschrecken könnte. Manche Heilige sind dadurch mehr zu bewundern als nachzuahmen.

Eines sollte uns jedoch immer gegenwärtig sein, und das würden diese wunderbaren Menschen auch unterstreichen: Es ist immer die Gnade unseres himmlischen Vaters, die sie befähigt hat, die außergewöhnlichsten Dinge zu tun: Seien es die unermüdlichen Missionare, die sich nicht scheuten, bis ans Ende der Erde zu gehen, um das Evangelium zu verkünden; seien es diejenigen, die bis zur völligen Selbstverleugnung die Werke der Barmherzigkeit vollbracht haben, seien es Mönche, die in strenger Ordenszucht des Mönchswesens, in der sie dienten und zum Aufbau der Kirche beitrugen. Nicht zu vergessen sind jene Heilige, die mehr verborgen, aber nicht weniger fruchtbar, unserem Herrn in heroischer Pflichterfüllung dienten. Immer ist es die Gegenwart unseres Herrn, welche die Menschen zu Heiligen formt. In diesem Sinne ist das Leben jedes Heiligen, von dem wir hören, auch eine an uns gerichtete Botschaft Christi, die wir lesen sollten. Sie kann uns dazu aufrufen, den Weg zu gehen, den Gott für uns bereitet hat, und uns ermutigen, unserem Ruf zur Heiligkeit zu entsprechen.

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