Die leibliche Auferstehung von den Toten (II)

Wenden wir uns nun weiter der heilsamen Lehre von der Auferstehung zu. Sie ist so wesentlich, daß der Heilige Paulus deutlich macht: “Gibt es keine Auferstehung der Toten, dann ist auch Christus nicht auferstanden; ist aber Christus nicht auferstanden, dann ist nichtig unsere Predigt, nichtig auch unser Glaube” (1 Kor 15,13f).

Da unser katholischer Glaube uns das Licht der Wahrheit schenkt, ist er im tiefsten Sinn des Wortes heilsam. Nichts führt den Menschen tiefer zu seiner Bestimmung, als wenn er in der Gnade Gottes die Wahrheit erkennt und die Erlösung annimmt, welche ihm Gott in seiner unendlichen Barmherzigkeit in Christus Jesus anbietet. Wenn er in der Wahrheit lebt, dann wird ihn der himmlische Vater so formen, wie er ihn bei seiner Erschaffung vorgesehen hat. Dies wird sich in der Ewigkeit vollenden. Doch dürfen wir nicht verschweigen, daß der Mensch aus eigener Schuld sein Ziel verfehlen kann und dann für immer von der Anschauung Gottes mit den entsprechenden Qualen getrennt leben muß. Auch diese Lehre ist heilsam, weil sie uns aufwecken soll und uns unsere Verantwortung für das eigene Leben vor Augen stellt, damit wir uns für ein Leben in der Wahrheit entscheiden.

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Die leibliche Auferstehung von den Toten (I)

Mit den Meditationen über die Auferstehung Jesu Christi wurden wir während der Osteroktav in die liturgisch so wunderbare Osterzeit eingeführt, die der auferstandene Herr noch mit den Jüngern auf der Erde verbrachte, um sie weiter auf ihre zukünftige Aufgabe vorzubereiten. Man spürt noch das Erstaunen der Jünger über das Geschehen, das sich erst nach und nach als Wirklichkeit in sie einsenkte.

In der Wahl, wie ich meine täglichen Ansprachen fortsetzen werde, habe ich mich für die Leseordnung des Alten Ritus als Grundorientierung entschieden. Da ich die Lesungen des Neuen Ritus vielfach ausgelegt habe, werden am Ende meiner Ausführungen weiterhin Links zu diesen früheren Betrachtungen zu finden sein.

Zunächst gilt es jedoch, ein wichtiges Thema zu vertiefen.

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WEISSER SONNTAG: »Der Friede des Auferstandenen«                

Was ist wahrer Friede? Es ist der Friede, der von Gott kommt, der seinem Herzen entspringt. Jesus hatte es so gesagt:

“Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht! (Joh 14,27)

Das waren auch die ersten Worte des Auferstandenen an seine Jünger: “Friede sei mit euch! (Joh 20,19), und er spricht damit aus, was für alle Menschen gilt.

Wie anders ist es doch, wenn der Gottessohn zu den Menschen kommt und ihnen den Frieden von Gott zuspricht! Wenn dieser Friede aufgenommen wird, dann durchdringt er das Dunkel der Unwissenheit, berührt und öffnet verschlossene Herzen und läßt Ängste weichen. Gott möchte den Menschen seinen Frieden schenken. Es ist der Friede, den die Welt nicht geben kann (vgl. Joh 14,27), der in Übereinstimmung mit der Wahrheit und der Liebe als unendliches Geschenk seiner Güte den Menschen das wahre Leben anbietet. Jesus kommt als Auferstandener zu den Seinen. Er kommt als Sieger, denn er hat den Satan entmachtet, den Tod besiegt und den Menschen am Kreuz freigekauft. “Friede sei mit euch!” – Es ist sein Friede!

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SAMSTAG DER OSTEROKTAV: »Johannes sah und glaubte«        

Wir haben es in den Berichten schon vielfach vernommen. Es ist geschehen: Der Herr ist auferstanden von den Toten! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja! Dieser Ruf erschallt in der gläubigen Christenheit und gibt ihr Hoffnung. Auch in düsteren Zeiten, in denen sie zu schwinden scheint, gibt er Hoffnung, denn die Auferstehung Christi ist das sichtbare Zeichen des Sieges über Hölle und Tod!

“Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?” (1 Kor 15,55). Nie soll dieser Ruf verstummen! Alle verzagten Herzen soll er aufrichten und die Dunkelheit durchdringen. Der Herr ist auferstanden!

Das heutige Tagesevangelium im Alten Ritus (Joh 20,1–9) führt uns nochmals zu den Jüngern am frühen Ostermorgen zurück. Sie müssen erst noch einen Weg gehen, um zu begreifen, was am Ostermorgen geschehen ist. Noch liegt es für sie im Dunkeln, und sie sind erschüttert und in Trauer über den Tod ihres Herrn. Wie wird es nach seinem Tod weitergehen? Der Herr lag nun im Grab …

Durch das Zeugnis von Maria Magdalena wußten sie schon, daß das Grab des Herrn leer war (Joh 20,2). Sie hatte ihnen diese Kunde gebracht. Aber sie konnten noch nicht verstehen, was das zu bedeuten hat.

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FREITAG DER OSTEROKTAV: »Die Beauftragung durch den Auferstandenen«    

“Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Gehet also hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.

Das sind die Worte welche Du als auferstandener Herr den elf Jüngern auf dem Berg in Galiläa gegeben hast. Sie bleiben für immer wahr.

Es sind jene heiligen Worte, welche die Missionare bewegt haben, bis ans Ende der Welt zu gehen und unter größten Mühen und Leiden freudig Deinem heiligen Auftrag zu dienen.

Es sind jene Worte, an die der Heilige Geist uns immer erinnert, damit sie nie verlorengehen und die Deinen ihren Auftrag nicht vergessen!

Wer kann nur an diesen Worten zweifeln, geliebter Herr?

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DONNERSTAG DER OSTEROKTAV: »Trauer in Freude verwandeln«

Geliebte Magdalena, da bist du schon früh ans Grab des Herrn geeilt, um ihn zu beweinen, und konntest gar nicht ahnen, was dir dort geschehen wird. Dein Herz war voller Trauer. Man hatte dir deinen liebsten Herrn genommen und so grausam zu Tode gebracht. Wer konnte dich da noch trösten?

Du standest da und ließest Deinen Tränen freien Lauf. Doch als Du ins Grab schautest, berichtet uns die Schrift: “Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Diese sprachen zu ihr: Frau, warum weinst Du? (Joh 20,12).

Jetzt bist du mehr als verwundert! Wo soll Dein Herr sein? Und was bedeuten die zwei Engel in weißen Kleidern? Wissen sie, wo der Herr ist? Warum ist er nicht mehr an dem Platz, wo sie ihn begraben hatten?

Und dann sieht du noch jemand stehen! Wer ist das? Der Gärtner? Ob er dir sagen kann, wo Jesus ist? Hat er ihn weggetragen? Auch dieser Mann fragt dich, warum du weinst (Joh 20,15). Wieso wirst du das gefragt? Jeder trauert doch um jene, die von ihm gehen und die er geliebt hat.

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MITTWOCH DER OSTEROKTAV: »Es ist der Herr!«        

“Meine Kinder, habt ihr etwas zu essen?(Joh 20,5) fragte Jesus seine Jünger, als er sich ihnen zum dritten Mal am Ufer des Sees von Tiberias offenbarte.

Wieder erkannten sie ihn zunächst nicht, und Jesus wählte einen Weg, wie sie ihn leicht erkennen konnten. Sie waren ja Fischer, die von Jesus erwählt wurden, Menschenfischer zu werden. Doch zunächst mußten sie erkennen, daß er tatsächlich von den Toten auferstanden war. Diese Wirklichkeit mußte sich tief in sie einsenken, denn diese Botschaft der Auferstehung sollten sie in die Welt hinaustragen. Da durfte es keine Unsicherheit geben und die Augen mußten ihnen ganz aufgetan werden.

“Werft das Netz auf der rechten Seite des Schiffes aus, so werdet ihr etwas bekommen!(Joh 20,6), heißt er sie.

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