ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Karl VII. hört auf Jeanne« (IV)  

Mit Überzeugung und Mut tritt Jeanne die elf Tage lange beschwerliche Reise nach Chinon an. Sie weiß sich von Gott beauftragt und fürchtet daher nicht, aufgehalten zu werden. Immer wieder stärkt sie auch ihre Begleiter. Zwei von ihnen werden später im Zuge des Rechtfertigungsprozesses für die Heilige von diesem Ritt Zeugnis ablegen.

Der Ritter Bertrand de Poulengy berichtet:

“Es war ein aufregender Ritt, aber Jeanne redete uns zu, wir sollten keine Angst haben, denn der edle Dauphin würde uns freundlich empfangen, gelangten wir erst nach Chinon! Und ich versichere euch, ich war von ihren Worten ganz entflammt, denn wirklich schien sie mir von Gott gesandt. Nie habe ich an ihr das geringste Übel sehen können. Sie war so gut wie eine Heilige […]. So kamen wir zusammen ohne Hindernis nach Chinon, wo sich der König aufhielt, der damals noch Dauphin (Thronanwärter) war. Dort war es, wo wir die Jungfrau den Edlen und Gefolgsleuten des Königs vorstellten.

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Die Mission wird konkret« (III)

In den kommenden Jahren ihres Heranwachsens trug Jeanne d’Arc dieses Geheimnis zwischen Gott und ihr verborgen in sich. Sie sprach mit niemandem darüber, weder mit dem zuständigen Pfarrer noch mit ihren Eltern oder Freunden. Unter der Führung ihrer Heiligen richtete sie ihr ganzes Leben danach aus, und erfuhr nach und nach mehr über ihre Mission.

Die schwierige Kriegslage Frankreichs war der jungen Jeanne bewußt, denn der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich machte auch vor ihrem Dorf keinen Halt. Die politische Zerrissenheit des Landes, die verschiedenen Kriegsparteien und die herumstreunenden, plündernden Banden stellten eine ständige Bedrohung dar. Es bestand keine Aussicht auf Frieden. Gewiß war diese unheilvolle Situation das tägliche, sorgenvolle Gesprächsthema aller Bewohner Domrémys und Umgebung.

Im Laufe dieses Krieges hatten die Engländer nach und nach große Gebiete Frankreichs unter ihre Kontrolle gebracht. Sie verbündeten sich mit den französischen Burgundern, sodaß die Eroberung ganz Frankreichs und die damit einhergehende Herrschaft des englischen Königs sich immer stärker abzeichnete.

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Das Herz der Heiligen« (II)  

Jeanne kam am 6. Januar 1412 in Domrémy (Frankreich) als viertes Kind von Jacques d’Arc und seiner Frau Isabelle zur Welt. Sie wuchs in einfachen bäuerlichen Verhältnissen auf, konnte weder lesen noch schreiben, erlernte das Spinnen und Nähen und hütete manchmal das Hauswesen. Ihre Eltern galten als rechtschaffene Christen. Von ihrer Mutter wurde Jeanne im Glauben unterwiesen.

Als im Jahr 1456 im Zuge der Rechtfertigung von Jeanne, (König Karl VII. hatte den Auftrag gegeben, die Wahrheit über den kirchlichen Prozeß gegen Jeanne herauszufinden) Zeugen aus dem Dorf Domrémy befragt wurden, gaben sie ein einhelliges Zeugnis über sie ab. Sie galt als frommes Mädchen, das gerne zur Kirche ging und den Menschen half. Möge das Zeugnis des Bauern Simonin Musnier vom 30. Januar 1456 für viele ähnliche Zeugnisse stehen:

“Ich bin mit Jeanne, die man Jungfrau genannt hat, aufgewachsen. Ich wohnte in der Nähe vom Haus ihres Vaters. Wirklich, ich weiß wie gut sie war, wie schlicht und fromm! Sie verehrte Gott und seine Heiligen. Sie ging oft und gerne zur Kirche und zu den geweihten Orten, tröstete die Kranken und gab den Armen Almosen: das konnte ich selbst erfahren: Als ich klein war, ging es mir nicht gut, und Jeanne kam, um mich zu trösten.”

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ZU EHREN DER HEILIGEN JEANNE D’ARC: »Das Herz der Heiligen« (I)

Es war der 30. Mai 1431 in Rouen in Frankreich – einen Tag nach dem Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Am Morgen hatten sich auf dem dortigen alten Marktplatz in der Nähe der Erlöserkirche viele Menschen versammelt. Neben dem Volk, das sich dort einfand, und dem Klerus, waren viele Soldaten anwesend. Allerdings waren es keine französischen Soldaten, sondern englische, denn Rouen war eine der Städte, die im Hundertjährigen Krieg zwischen Frankreich und England noch unter englischer Herrschaft stand.

Auf dem Marktplatz war ein Gerüst aufgebaut, und dort stand eine junge Frau, neunzehn Jahre alt. Wegen dieser Frau hatten sich die Menschen versammelt, geistliche und weltliche Herren.

Auf diese junge Frau richteten sich alle Blicke.

Wer war sie? Warum stand sie dort?

Nun hielt Nicolaus Midi, Doktor der Heiligen Theologie, vor der ganzen Versammlung eine Predigt über Vers 26 aus dem zwölften Kapitel des ersten Briefes des Apostels Paulus an die Korinther:

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Tag 14 – Die Geduld    

Geliebter Heiliger Geist, mit der heutigen Meditation beenden wir diese Vorbereitung auf das große Fest Deines Kommens. Mögen Deine Früchte in uns wachsen und reifen, denn so können wir den verherrlichen, von dem alles kommt, und Dich vor der Welt bezeugen!

Dazu brauchen wir Geduld, denn diese Früchte reifen mit jedem Tag mehr. Geduld brauchen wir erst recht mit den anderen Menschen, daß sie aufnehmen können, was Gott für sie bereitet hat.

Wie viel Geduld hat Gott mit uns! Wie versucht er uns immer wieder zu erreichen, die ganze Menschheit, die oft so irrige Wege geht!

Auch wenn wir mit Sehnsucht auf die Wiederkunft Christi warten und uns Tag für Tag vorbereiten – sei es für die Stunde des Todes oder die Parusie am Ende der Zeiten –wissen wir:

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Tag 13 – Die Treue    

Geliebter Heiliger Geist, Du willst, daß wir die Treue leben – und das in einer Zeit, in der die Untreue geradezu als Lebensstil erkennbar wird. Da wirst Du viel Arbeit haben, denn viele Menschen verstehen nicht mehr den Sinn der Treue, ob es in der ehelichen Beziehung ist oder bei Versprechen, die man gegeben hat oder gar bei religiösen Gelübden. Oft müssen wir erst wieder neu lernen, was Treue bedeutet, Zuverlässigkeit, Beständigkeit.

Doch haben wir ein unübertreffbares Beispiel vor Augen: Es ist die Treue Gottes. Gott ist treu – und niemals gibt er diese Treue auf. Das ganze Alte Testament erzählt uns von der Treue Gottes, die der häufigen Untreue Israels gegenübersteht.

Wenn wir in unsere Zeit hineinschauen, gibt es leider immer mehr Menschen, die vom Glauben abfallen und dem Herrn untreu werden. Es wird dann schwerer, untereinander treu zu bleiben.

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Tag 12 – Die Bescheidenheit

Welche Zier, o Heiliger Geist, ist eine bescheidene Seele! Eine Seele, in der diese, Deine Frucht wohnt! In ihr ist das ungeordnete Verlangen gezügelt und zur Ruhe gekommen. Sie denkt nicht ständig für sich und ist leicht mit allem zufrieden. Sie will nicht im Mittelpunkt stehen, sondern den Platz einnehmen, den Du für sie vorgesehen hast. Deshalb ist die kostbare Gabe der Dankbarkeit und auch die Frucht der Demut in ihr wirksam. Eine solche Seele strahlt Zufriedenheit aus, macht kein Aufheben um sich und ist frei von jeglicher Anmaßung. Doch in Bezug auf die Liebe will sie groß sein, in der Liebe zu Dir und zu den Menschen, und auch mit einem kleinen Glauben ist sie nicht zufrieden.

Welch milden Glanz können wir in einer solchen Seele wahrnehmen, und wie leicht macht sie es Dir und auch uns, sie zu beschenken! Sie verwirklicht das Wort des heiligen Paulus:

“Seid untereinander eines Sinnes; strebt nicht hoch hinaus, sondern bleibt demütig! Haltet euch nicht selbst für weise!” (Röm 12,16)

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