38. Tag: »Der Komplott gegen Jesus«      

Auf unserem Pfad kommen wir der Heiligen Woche schon sehr nahe. Entsprechend hören wir im heutigen Evangelium (Joh 11,47–54), daß die Feinde des Herrn beschlossen, den Herrn zu töten:

“Da beriefen die Hohenpriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen.(Joh 11,47–48)

Hier sehen wir die vorgeschobenen Begründungen, denn Jesus bedrohte die Römer nicht mit seiner Verkündigung und mit seinen Taten. Sie, die religiösen Führer, fühlten sich in ihrem Einfluß auf das Volk bedroht.

Die Auferweckung des Lazarus, ein eindeutiges Zeugnis für die göttliche Vollmacht Jesu, war für die religiösen Autoritäten der damaligen Zeit unerträglich. Da sie dem Herrn nichts entgegenzusetzen hatten, ihn also nicht der Sünde und damit der Übertretung des Gesetzes überführen konnten, waren sie entschlossen, ihn zu töten.

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37. Tag: »Wir folgen Dir jetzt von ganzem Herzen«

Nach der Freude über die Berufung der seligen Jungfrau Maria, die wir gestern gefeiert haben, begegnen wir heute auf unserem Fastenweg dem ergreifenden Gebet Azarias. Er ist einer der drei Jünglinge, die durch Gottes Eingreifen im Feuerofen unversehrt geblieben sind. (Dan 3,25.34–45)

Zunächst hören wir die ergreifende Klage Azarias’, der mit seinem Volk in babylonischer Gefangenschaft lebt, daß sie all dessen entbehren, was ihr Leben sonst ausgemacht hat. Gleichzeitig gesteht er die Schuld seines Volkes ein: “Ach, Herr, wir sind geringer geworden als alle Völker. In aller Welt sind wir heute wegen unserer Sünden erniedrigt. Wir haben in dieser Zeit weder Vorsteher noch Propheten und keinen, der uns anführt, weder Brandopfer noch Schlachtopfer, weder Speiseopfer noch Räucherwerk, noch einen Ort, um Dir die Erstlingsgaben darzubringen und um Erbarmen zu finden bei Dir (Dan 3,37–38)

Wie wichtig ist eine solch tiefe Erkenntnis der Wirklichkeit! Israel spürt die Folgen seiner Abkehr von Gott und realisiert, daß sie es sich selbst zugezogen haben. In diesem Gebet wird niemand anders für das Leid und Unglück verantwortlich gemacht, sondern in einer schlichten und aufrichtigen Weise wird die Schuld bekannt.

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36. Tag: »Das »Ja« Mariens«      

Inmitten der Fastenzeit erstrahlt das große Hochfest der Verkündigung. Jener Tag, an dem unsere Erlösung begann, als Maria ihr »Ja« gegeben hat. Auch wenn wir die entsprechende Bibelstelle zweifellos gut kennen, werden wir nie müde, die erste Verkündigung der Frohen Botschaft zu hören.

Lk 1,26-38

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

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35. Tag: »Daniel und die Löwen – und eine Gebetsbitte«

Wie kann man mehrere Tage überleben, wenn man in eine Löwengrube geworfen wurde, um Opfer von sieben hungrigen Löwen zu werden? Daniel gibt uns in der heutigen Lesung eine Antwort darauf (Dan 14,27–42).

Warum wollten die Babylonier Daniel töten? In der Lesung heißt es, daß sie zum Perserkönig Kyrus gingen und verlangten: “Liefere uns Daniel aus! Sonst töten wir dich und deine Familie. Da sich der König aufs Äußerste bedroht sah, lieferte er ihnen Daniel notgedrungen aus(V. 29–30). Weiterlesen

34. Tag: »Wahre Propheten im Dienst Jesu«

Heute schenkt uns die Lesung auf unserem Pfad eine große Freude (Jon 3,1–10). Eine ganze Stadt mit ihrem König nimmt die Warnung von Jona ernst, die er Ninive zukommen läßt. Es gibt es also doch, daß Menschen von ihren falschen Pfaden umkehren! Tatsächlich taten alle in Sack und Asche Buße, als der König verkünden ließ:

“Befehl des Königs und seiner Großen: Alle Menschen und Tiere, Rinder, Schafe und Ziegen, sollen nichts essen, nicht weiden und kein Wasser trinken. Sie sollen sich in Bußgewänder hüllen, Menschen und Tiere. Sie sollen laut zu Gott rufen und jeder soll umkehren und sich von seinen bösen Taten abwenden und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt. Wer weiß, vielleicht reut es Gott wieder und er läßt ab von seinem glühenden Zorn, sodaß wir nicht zugrunde gehen. Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, daß sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er führte die Drohung nicht aus. (Jon 3,7–10)

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33. Tag: »Dämonen versuchen, die Erkenntnis Jesu zu verhindern!«

Auf unserm Fastenpfad haben wir jetzt den ersten Passionssonntag erreicht und nähern und immer mehr der Heiligen Woche. Die unfruchtbaren Dispute und Auseinandersetzungen zwischen denen, die sich gegenüber Jesus feindselig verhielten und dem Gottessohn gehen weiter und werden immer aggressiver (Joh 8,46-59). Wir erkennen, daß der Herr verschlossenen Herzen begegnet, die einfach nicht bereit sind, sich der Wahrheit zu öffnen.

Wir haben schon betrachtet, daß weder die Heilungen noch die Totenerweckung des Lazarus noch die Weisheit, die aus dem Munde des Herrn kommt, die Juden überzeugen konnten. Man hört die Klage aus dem Wort des Herrn: “Wer von euch kann mich einer Sünde beschuldigen? Wenn ich euch die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? Wer aus Gott ist, hört Gottes Wort; darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid (Joh 8,46-47).

Mit diesem Wort gibt uns der Herr den Schlüssel, warum die Juden so verstockt sind. Sie sind nicht aus Gott. Es ist nicht Gott, der ihre Gedanken, Worte und Handlungen lenkt. Deshalb werden sie auch immer verschlossener, je mehr der Herr ihnen die Wahrheit sagt.

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32. Tag: »Das Licht der Welt«      

Im heutigen Evangelium (Joh 8,12–20) spricht Jesus zur Volksmenge der Juden Worte, die für alle Zeit gelten: “Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wandert nicht in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.(V. 12)

Es sind Worte, die aufgenommen werden wollen; Worte, die erleuchten und uns mit dem Licht verbinden, das Jesus selbst ist. Jesus mutet den Hörenden dieses Wort zu, auch wenn sie noch nicht alles verstehen konnten. Schwierig wurde es mit den Pharisäern.

Sie stoßen sich am Anspruch, der ihnen aus den Worten Jesu entgegenkommt und der sie zur Erkenntnis seiner Person führen soll, damit sich ihnen der Weg zur Wahrheit öffnet und sie ihn als den Messias erkennen. Wenn man Jesus als den Messias erkennt, öffnet sich auch die Tür zu einer tieferen Erkenntnis Gottes, des himmlischen Vaters, der ihn gesandt hat. Geht man diesen Weg der Erkenntnis, dann kann das Licht des Heiligen Geistes immer mehr offenbaren, die Gotteserkenntnis wird genauer und umfassender und die Liebe zu Gott wächst.

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